Das hatten sich die Handballer des HV Rot-Weiss Staßfurt anders vorgestellt. Sie unterlagen TuS Radis zum Jahresauftakt mit 28:29 (13:12). Um am letzten Hinrunden-Spieltag der Mitteldeutschen Oberliga gegen dezimierte Gäste zu bestehen, stimmte einfach zu vieles nicht.

Staßfurt l Die Niederlage war in der laufenden Saison die erste in der Paul-Merkewitz-Halle. "Ganz bitter", befand Co-Trainer Andreas Stops. Es gaben jedoch nicht nur das Ergebnis und die erste Heimniederlage gegen einen direkten Tabellennachbarn Gründe zum Hinterfragen. Vielmehr ärgerte Stops die Art und Weise. Die Einstellung sei das große Manko gewesen.

"Es gab viele Baustellen, die eigentlich nicht sein mussten." Ungewohnt häufig verunglückten Pässe, Bälle wurden nicht ordentlich gefangen und oft haperte es am Timing. "Das sind alles Sachen, die man nicht trainieren muss, weil man sie eigentlich drauf haben sollte." Dass die Rot-Weissen es können, haben sie vor dem Jahreswechsel häufig gezeigt. Umso mehr gab Stops und Uwe Mäuer dieser Leistungsabfall zu denken. "Das ist schwer zu analysieren", sagte der Co-Trainer.

Zu den Defiziten in den handballerischen Grundlagen kamen weitere Ungenauigkeiten und Unkonzentriertheiten. Die Staßfurter sind dafür bekannt, mit ihren großgewachsen "Halben" Nils Hähnel und Sebastian Retting gern über die Mitte den Abschluss zu suchen, vermochten es jedoch nicht, sich auf die 5-1-Deckung und dem großgewachsenen Innenblock der Gäste zu reagieren. "Wir waren zu statisch", konstatierte Stops.

"Hähnel und Retting sind zwei `Brecher`", sagte Radis` Co-Trainer Tristan Staat. Er wusste um die Stärke der Staßfurter, über die Mitte zum Erfolg zu kommen und grenzte die Möglichkeiten ein. "Dadurch bekam aber Tobias Rindert mehr Freiheiten". Er wurde mit zwölf Treffern bester Werfer, während die sonstigen Torgaranten wie Hähnel, Retting oder Oliver Jacobi eher blass blieben.

Statt die Außen mit einzubeziehen, verrannte sich der HVS immer häufiger in der Radiser Deckung und nahm zum Teil unnötige Würfe. Ball und Gegner, die nach der Roten Karte von Patrick Heddrich keine Wechselmöglichkeiten mehr hatten, wurden zu wenig laufen gelassen. "Die gegnerische Laufbereitschaft war größer als unsere", ärgerte sich Stops.

"Gerade in den letzten zehn Minuten agierten alle am Limit", sagte Staat - genau das machte den Unterschied aus. "Die Bereitschaft für den unbedingten Sieg, egal was es kostet, fehlte", so Stops. Insgesamt leisteten sich alle Staßfurter zu viele Fehler, die kumuliert zur ersten Heimniederlage führten, die in Normalform vermeidbar gewesen wäre.

HV Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Dittmar, Fuhrmann, Mennecke (2), Retting (1), Jacobi (1), Ernst, Rach (3), Hähnel (4), Scholz (3/3), Rindert (12/2), Secara (1)

Siebenmeter: Staßfurt 9/6 - Radis 6/3; Zeitstrafen: Staßfurt 9 - Radis 9; Rot: Patrick Heddrich (3x2 Minuten, 41.) -Radis-