Bayreuth (chj) l "Wir konnten nicht an unsere Leistung anknüpfen. Es war der Wurm drin", sagte Christiane Retting, Handballerin des HC Salzland 06. Sie und die "Wildgänse" unterlagen bei HaSpo Bayreuth mit 22:24 (13:14) und rutschten dadurch auf den fünften Rang der 3. Liga.

Dabei verlief der Auftakt bei den Oberfranken, die vor heimischer Kulisse noch keine Punkte abgaben, voll nach Maß. "Die Abwehr stand super, auch im Angriff lief es gut. Wir haben gedacht: Das wird unser Spiel", sagte Retting. Der HCS legte zum 4:0 vor.

Die Gäste blieben bis zur 19. Minute vorn (9:8), danach entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, bei dem die Salzländerinnen jedoch die Leichtigkeit der vorangegangenen Wochen vermissen ließen. Die Defensive agierte nicht in gewohnt starker Manier, hinzu kamen Regel-Technik-Fehler und glücklose Abschlüsse. "Es wollte nicht funktionieren", sagte die Rückraumschützin. "Wir haben versucht, uns gegenseitig zu pushen. Aber der Funke ist nicht übergesprungen."

Die Partie schleppte sich bis in die Schlussphase. Dabei profitierte Bayreuth am Ende auch von Überzahlsituationen. "Eine Salzländer Zeitstrafe beim Stand von 23:22 hat es uns schon erleichtert, den Sieg über die Zeit zu retten", sagte HaSpo-Coach Thomas Hankel. Er machte aber darauf aufmerksam, dass sein Team insbesondere zu Beginn der zweiten Hälfte ebenfalls häufiger in Unterzahl war. "Insgesamt waren die Strafen gleich verteilt."

Der Grund für den Erfolg war etwas anderes: "Die geschlossene Mannschaftsleistung." Aus dieser stach Loraine Hellriegel mit ihren zehn Treffern noch heraus. "Als Rechtsaußen lebt sie natürlich vom flüssigen Spiel. Aber sie ist die Erfahrenste von uns und trifft, wenn es drauf ankommt." Und am Ende kam es darauf an: Sie erzielte drei Treffer in Folge zum 20:19, glich zum 21:21 aus und legte zum 23:21 vor.

Einen "Shooter" wie Hellriegel hätten die Gäste auch benötigt. Denn knapp 20 Fehlwürfe waren zu viele, um zu gewinnen. Hinzu kamen Leistungsschwankungen. "Wir hatten gute Phasen, dann produzierten wir Fehler. Insgesamt waren wir nicht konstant genug", kommentierte HCS-Coach René Linkohr die "vermeidbare Niederlage" beim Tabellennachbarn. "Es war mehr drin. Aber am Ende war Bayreuth etwas heißer auf den Sieg."

Während die Gastgeber ihren achten Heimsieg in Serie feiern durften, traten die "Wildgänse" geknickt die Heimreise an. Es gehört jedoch nicht zu Linkohrs Philosophie, verlorenen Punkten hinterherzutrauern. Mit Tabellenführer Kirchhof steht dem HCS der nächste Brocken ins Haus, dem nun die Konzentration gilt.

HaSpo Bayreuth: Altenburger, Ebersberger - Mergner (3), Hellriegel (10/3), Lehnert (1), Antos (2), Sumperl (2), Hall, Pappert, Körber (2/1), Schneider, Koppold (4), Küffner

HC Salzland 06: Lorf, Klauß - Schwarz (3), Beck (1), Block, Schmitz (4/4), Retting (2), Jäger (4), Farken (3), Knappe, Sachse (2), Göpel (3), Schüler

Siebenmeter: HaSpo 4/4 - HCS 4/4; Zeitstrafen: HaSpo 4 - HCS 5