Die Handballer des HV Rot-Weiss Staßfurt feierten einen 36:34 (18:15)-"Pflichtsieg" gegen den HC Glauchau/Meerane - und das, obwohl die Gäste Tabellenführer der Mitteldeutschen Oberliga sind. Zur Pflicht wurde der Erfolg aus zwei anderen Gründen.

Staßfurt l Zum einen wollten die Bodestädter die bittere 33:51-Pleite in Freiberg wieder ausbügeln, bei der sich niemand mit Ruhm bekleckerte. Zum anderen ging es darum, ein Versprechen einzuhalten. Staßfurts Co-Trainer Andreas Stops gab seinem Vater, Hallensprecher Klaus Stops, Brief und Siegel, dass seine Schützlinge mit einem Tor Vorsprung als Sieger von der Platte gehen würden. Vater Stops dürfte es verkraftet haben, dass es schließlich zwei Treffer mehr waren.

Der Weg zur Erfüllung beider Pflichten war jedoch kein leichter, insbesondere am Anfang. Den ersten Treffer erzielten die Gäste, die in der Folge in der siebten Minute sogar mit 6:3 führten. Doch die Rot-Weissen ließen sich davon nicht beeindrucken, Sebastian Scholz markierte den 5:6-Anschluss per Konter, ehe Eike Rach - ebenfalls per Konter - den Ausgleich herstellte. Schließlich war es Tobias Rindert, der einen Abpraller zur ersten Führung einnetzte. Anschließend geriet der HVS nicht noch einmal in Rückstand.

Das lag an mehreren Faktoren. Der Tabellenführer variierte in der defensiven Ausrichtung, "aber wir hatten stets die passende Antwort parat", lobte Trainer Uwe Mäuer. "Es war entscheidend, dass die Abwehr vernünftig arbeitete, um auch mal einfache Tore zu erzielen. Unsere Defensive stand sehr stabil. Ein paar Zeitstrafen und einige Gegnetreffer sind doch normal." Hinzu kam der wieder einmal starke Patrick Tuchen, der auf stolze 19 Paraden kam.

Zufriedenheit herrschte nicht nur über die Arbeit hinten. "Wir haben die Abschlüsse konzentriert gesucht", lobte der Coach. "Nils traf mehr, Sebastian etwas weniger, dafür bediente er oft den Kreis." Hähnel markierte sechs Treffer, Retting zwei. Dafür profitierten Oliver Jacobi und Rindert vom Halblinken. Zusammen kamen beide auf 16 Treffer. Außerdem glänzte Scholz bei den Strafwürfen. Vier von fünf Versuchen saßen, der fünfte fand dann im Nachfassen seinen Weg ins Tor.

Tobias Rindert erzielt das 30. Tor für Staßfurt

In der 50. Minute erzielte Rindert den 30. Treffer (30:25) und war somit für eine "Kiste Kaltgetränke" zuständig, die sich jeder einzelne Staßfurter verdiente, selbst wenn es zum Ende sogar noch einmal spannend wurde. Denn bei noch 50 Sekunden auf der Uhr musste der HVS trotz einer Drei-Tore-Führung leicht bangen, verwaltete diese aber gut und sorgte so für Wiedergutmachung der bitteren Freiberg-Schmach.

"Wir haben über 60 Minuten konstant gut gespielt", lobte Mäuer. "Ich konnte mir die ganze Zeit über das Spiel relativ entspannt ansehen." Von überschwänglich viel Lob hielt er allerdings nichts, auch wenn es sich um den Tabellenführer handelte. "Es war ein normales Handballspiel, so wie es sein soll. Wir müssen den Ball flach halten. Noch darf sich gefreut werden, aber spätesten heute im Training wird der Fokus bereits auf den SV Hermsdorf gerichtet. Die Tabelle ist sehr eng beieinander und die Saison geht schließlich noch bis Anfang Mai."

HV Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Fuhrmann, Ortmann, Retting (2), Jacobi (7), Ernst (1), Rach (2), Engelhardt, Hähnel (6), Scholz (8/4), Rindert (9), Secara (1)

Siebenmeter: Staßfurt 5/4 - Glauchau 4/3; Zeitstrafen: Staßfurt 6 - Glauchau 3; Rot: Sebastian Schilwa (3x2 Minuten, 60.) -Staßfurt-

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