HSG Blomberg-Lippe II: Fans des HC Salzland 06 dürften beim Lesen dieses Vereins kurz zusammenzucken. Im Hinspiel hatten die "Wildgänse" die Partie lange im Griff, unterlagen aber am Ende mit 27:33. Morgen haben sie ab 16 Uhr in Aschersleben die Möglichkeit, diese Niederlage wieder auszubügeln und weitere Punkte in der 3. Liga zu sammeln.

Aschersleben l "Den Namen unseres Gegners haben wir noch immer im Hinterkopf", sagt HCS-Trainer René Linkohr. Im Hinspiel waren beide Teams zur Pause gleichauf, danach lagen die "Wildgänse" meist vorn, ehe in der Folge einer Roten Karte für Justine Schmitz der Faden riss und die HSG II mit einem 8:0-Lauf die Siegerstraße betrat.

Gegen das jüngste Team der Liga, das in enger Zusammenarbeit mit der Bundesliga-Vertretung steht und sich auch morgen aus diesem Kader verstärken dürfte, wollen die Gastgeber nun die Rechnung begleichen. Besonders auf die Erstliga-erfahrenen Larissa Petersen und Stefanie Schriever müssen sie dabei achten. "Wir müssen uns rechtzeit entgegenstellen, denn Blomberg geht brutal in die Lücken", weiß der Coach. Hohes Tempo ist dabei das favorisierte Mittel der Gäste. "Es ist Dynamik gefragt. Wenn unsere Abwehr sicher steht, werden wir auch im Positionsangriff stark. Die Mannschaft zieht Kraft und Selbstvertrauen aus der Defensive." Linkohr will, dass "von Anfang an Akzente gesetzt werden".

Eine ähnliche Kampfansage kommt allerdings auch aus dem nordrhein-westfälischen Blomberg. "Wir wollen zusehen, dass wir von Anfang an in der Abwehr kompakt stehen und Zugriff bekommen", erklärt HSG-Trainerin Barbara Hetmanek, die selbst zum Bundesliga-Aufgebot gehört. "Wenn wir noch die vorderen fünf Plätze angreifen wollen, müssten wir gewinnen. Das wäre ein großer Coup für uns." Sie weiß aber auch, dass dieses Vorhaben nicht leicht wird. "Der HC Salzland ist inzwischen eine sehr stabile Mannschaft. Wir haben großen Respekt. Es wird schwer für unsere junge Mannschaft."

Linkohr kann auf einen zwölfköpfigen Kader und zwei Torhüterinnen zählen. Nach drei spielfreien Wochen müssten die Salzländerinnen ausgeruht und austrainiert sein - sollte man meinen. Doch die Grippewelle erschwerte Linkohr das Training. "Erst waren fünf Spielerinnen krank. Als diese dann gesund waren, wurden die nächsten krank." Die Übungseinheiten waren so nur in kleinen Gruppen möglich. Aufgrund der Vielzahl an Wechselmöglichkeiten dürften aber kleinere Verschnaufpausen nicht zum Problem werden, um gegen die HSG II die offene Rechnung zu begleichen.

Die Grippewelle verschonte auch die Gäste nicht. Hetmanek berichtet, dass auch morgen mit einer "dünnen Personaldecke" gespielt wird. Selbst die Trainerin kann krankheitsbedingt nicht nach Aschersleben reisen. Aber anders als Linkohr kann sie den Kader aufstocken, da die Erste bereits heute antritt. Das werde aber kurzfristig entschieden.