Wernigerode (chj) l Als Schlusslicht der Sachsen-Anhalt-Liga reiste der SV Germania Borne zum HV Wernigerode. Beide Teams warteten nicht mit Hochglanz-Handball auf, doch die Gastgeber setzten sich mit 30:25 (18:15) durch. Es war mehr drin für die abstiegsbedrohten Gäste. Aber obwohl es lange 21:22 stand, gelang ihnen der Ausgleich nicht, was dem Verlauf vielleicht eine Wende gegeben hätte. Einen großen Anteil daran, dass die Partie spannend blieb, hatte Bornes Schlussmann Bastian Krautwald.

"Basti war bärenstark und hielt uns im Spiel", erklärte sein Mitspieler Steffen Halfpap. Dem pflichtete HVW-Trainer Björn Ahlsleben bei: "Man kann sagen, der Keeper hat uns den Zahn gezogen oder wir haben ihn berühmt geworfen."

Trotz des starken Torhüters ging Borne erneut leer aus. Die 1:0-Führung sollte die letzte sein. Halfpap erklärte die Gründe dafür: "Vorn haben wir zu viele leichte Fehler begangen und die Bälle verworfen. Hinten haben wir nicht richtig zugepackt. Der Gegner konnte oft ohne Gegenwehr durch unsere Abwehr gehen."

Der HVW nutzte diese Chance und riss frühzeitig das Ruder an sich, ohne dabei Glanz zu versprühen. "Wernigerode war nicht überragend. Wir allerdings auch nicht." Ahlsleben erklärte, dass sein Team sich insbesondere hinten zu viele Fehler erlaubte. "18 Tore in einer Halbzeit waren in Ordnung. 15 Gegentore gegen den Tabellenletzten allerdings deutlich zu viel." So kam Borne zur Pause wieder auf Tuchfühlung heran.

Mitte der zweiten Hälfte war die Germania mit einem Treffer Rückstand wieder im Rennen. Aber: "Uns ist einfach nicht der Ausgleich gelungen", haderte Halfpap. Zu oft kam die Brechstange zum Einsatz. In der Folge stellte der HVW mit drei Treffern in Folge die Weichen auf Sieg. "Wir hätten in Wernigerode etwas holen können." Halfpap vermisste die "Ballgeilheit". Er trauerte dem verpassten Ausgleich hinterher. "Sonst wäre das Spiel vielleicht anders ausgegangen."

Da Wolfen ein Überraschungs-Coup in Landsberg gelang, vergrößerte sich Bornes Abstand auf den Vorletzten auf fünf Punkte. Der drohende Abstieg nimmt Formen an. Halfpap versicherte aber, dass die Mannschaft sich noch nicht aufgegeben habe und die Saison "sauber und ordentlich" beenden will. Vor allem zuhause sieht er das Team in der Pflicht. Die nächste Chance, diese zu erfüllen, hat die Germania am Sonnabend ab 16.30 Uhr gegen die SG Kühnau.

Germania Borne: Krautwald, Brinkmann - Scholz (1), Prosowski (6/3), Schulke (3), Fink (6), Dix (4), Süssig, Halfpap (5/1)

Siebenmeter: HV Wernigerode 8/6 - Germania Borne 4/4; Zeitstrafen: HV Wernigerode 2 - Germania Borne 2