Niedrige Temperaturen und graues Wetter. Eigentlich fehlte nur Regen, um die Endzeit-Kulisse zu untermauern. Der SV Förderstedt empfing den SV Lok Aschersleben und es ging um nichts Geringeres als den Knockout im Kampf um den Klassenerhalt der Landesliga zu verhindern. Am Ende ließ Förderstedt mit einem 2:0 (1:0)-Sieg fußballerisch die Sonne aufgehen.

Förderstedt l Von Beginn an war die Sonne am Horizont erkennbar, doch mit dem Aufgehen tat sie sich schwer. Die Förderstedter gaben fortweg den Ton an, erlangten früh das spielerische Übergewicht, doch Chancen blieben aus. Immer wieder kombinierte sich der SVF nach vorn, immer wieder bekam ein Ascherslebener den Fuß im letzten Moment dazwischen.

Trainer Jens Liensdorf wusste, woran dies lag. "Als Tabellenletzter fehlt einem das Selbstvertrauen." Umso wichtiger war es, dass nach einer knappen halben Stunde der Ball dennoch den Weg ins Tor fand. Ein Pass in die Schnittstelle erreichte Marcus Bolze, der den Überblick behielt und mustergültig ablegte, sodass Nils Fischer nur noch einschieben musste.

Fischer war lange verletzt und eher in der Reserve beheimatet. Nach dem Motto "Kampf statt Technik" bekam er den Vorzug und einen Platz in der Startelf. "In unserer Situation mussten wir etwas Außergewöhnliches wagen", sagte Liensdorf. In den Wochen zuvor bemängelte der Coach Einsatz und Zweikampfhärte. "Genau dafür ist Nils bekannt. Deswegen bekam er den Vorzug gegenüber denjenigen, die dies vermissen ließen. Und er hat seine Aufgabe überdurchschnittlich gut gelöst und mit seinem Einsatz die Mannschaft mitgezogen." Zusammen mit dem ebenfalls starken Außenverteidiger Christian Lattorf war die linke Seite fest in Förderstedter Hand.

Fischers Treffer ließ die Förderstedter Sonne ein Stück aufgehen. Im Zenit stand sie aber noch lange nicht. "Eine 1:0-Führung ist immer ein gefährliches Ergebnis", wusste Liensdorf. Deswegen pochten er und seine Mannschaft auf einen zweiten Treffer. Diesen erzielte Bolze nach einer knappen Stunde.

Auch wenn es aufgrund einiger individueller Fehler noch ein paar Mal brenzlig wurde, schaukelte der SVF den Sieg über die Zeit, ließ quasi der Sonne aufgehen. "Es sollte kein Schön-Wetter-Fußball werden", erklärte Liensdorf. "Wir wollten uns in das Spiel hineinkämpfen." Dies gelang den Förderstedtern, die damit die Rote Laterne an Heyrothsberge übergaben.

Die Korken knallten allerdings nicht. "Es kam keine überschwängliche Freude auf. Alle wissen, dass der Sieg nur ein Teilerfolg war." Dennoch sei es sehr erleichternd, nicht mehr ganz unten zu stehen. Aber: "Es wartet noch viel Arbeit auf uns." An diesen Punktgewinn muss der SVF anknüpfen, um am Ende der Saison keinen Sonnenuntergang zu erleben.

SV Förderstedt: Binnebößel - Liensdorf, Conrad, Fischer, Müller (73. Abram), Marcus Janich, Lattorf, Strobach, Buschke, Bolze (82. Tappenbeck), Marco Janich (64. Herrler)

Tore: 1:0 Nils Fischer (27.), 2:0 Marcus Bolze (61.); SR: C. Wesemann (Quenstedt); ZS: 93

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