Abpiff. Maik Binnebößel tritt gegen den Pfosten. Dies war nicht etwa eine Geste des Unglücks, vielmehr war es ein Zeichen dafür, wie dem Keeper des SV Förderstedt sowie der ganzen Mannschaft ein Stein von Herzen fiel, da sie sich mit 3:2 (2:0) gegen den FC Einheit Wernigerode durchgesetzt hatten und neuen Mut für den Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga schöpfen.

Förderstedt l Der Abpfiff war eine Erlösung für den SVF. Ausgiebige Jubelszenen blieben allerdings aus, das Team klatsche sich verhalten ab. "Jeder weiß, woran wir sind", sagte Trainer Jens Liensdorf. "Jeder kennt die Tabelle und weiß, dass ein gewonnenes Spiel nicht reicht. Es war ein Etappensieg." Der SVF übergab die Rote Laterne an den Schönebecker SV und ist auf Tuchfühlung mit einem Nicht-Abstiegsplatz. Doch noch sind sechs Partien zu bestreiten. Der Heimsieg wird erst etwas wert sein, wenn weitere Punkte folgen.

Wenn die Förderstedter diese Leistung erneut abrufen, erscheinen weitere Zähler alles andere als aussichtslos. Vor allem Lucas Dübecke erwischte einen starken Tag und hatte mit zwei Toren einen großen Anteil am Erfolg. Bereits nach 23 Sekunden brachte er seine Farben in Führung. Er biss sich über links durch und schob präzise ein.

Damit drehte der SVF diesmal den Spieß um. Denn allzu häufig war er es, der in den Anfangsminuten in Rückstand geriet. "Es war sehr positiv, dass wir nicht verschlafen haben", lobte Liensdorf. Ein früher Rückstand gehe auf die Kraft und die Psyche.

Nicht weniger wertvoll als Dübeckes Tor war das von Nils Fischer. Nach einer Ecke zog er volley ab und legte sehenswert zum 2:0 nach. "Das war enorm wichtig", hob Liensdorf hervor. Der Treffer war umso wertvoller, da Einheit verletzungsbedingt Martin Gottowik brachte und mit dem bulligen Stürmer einen ständigen Unruheherd hatte. Förderstedts Trainer bezeichnete ihn als "echte Waffe". Mit seiner Präsenz wäre jederzeit der Ausgleich möglich gewesen, stattdessen trennten so beide Teams zwei Tore zur Pause.

Gottowik war es schließlich auch, der in der 55. Minute den Anschlusstreffer für die Harzer erzielte, genau wie in der 85. Zwischenzeitlich legte jedoch Dübecke mit seinem zweiten Streich zum 3:1 vor. Der Treffer war quasi eine Kopie seines ersten. Einen Hauch seiner Zielgenauigkeit hätte Marcus Bolze vertragen, der nach einem Wernigeröder Abwehrschnitzer spekulierte und sich plötzlich frei vorm Keeper wiederfand, dann allerdings vergab. Es hätte das 4:1 sein können, "dann wäre das Spiel durch gewesen", wusste Liensdorf. So allerdings blieb es bis zum erlösenden Abpfiff spannend, was sicherlich auch ein Grund für den verhaltenen Jubel der Mannschaft war.

SV Förderstedt: Binnebößel - Stockmann, Conrad (75. Abram), Müller, Dübecke, Fischer (60. Marcus Janich), Strobach, Buschke, Herrler, Bolze, Marco Janich (80. Siebert)

Tore: 1:0 Lucas Dübecke (1.), 2:0 Nils Fischer (40.), 2:1 Martin Gottowik (55.), 3:1 Lucas Dübecke (74.), 3:2 Martin Gottowik (85.); SR: Marcus Peter (Arnstedt); ZS: 88; Gelb-Rot: Matthias Schulze (90.) -Wernigerode-

 

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