Wenn die Landesliga-Fußballer des SV Förderstedt (14.) morgen um 15 Uhr beim VfB Germania Halberstadt II (2.) antreten, haben sie im Grunde nichts zu verlieren. Die Statistik ist erdrückend, alles spricht gegen sie. Doch am Ende könnte genau das für den SVF sprechen.

Förderstedt/Halberstadt l Nicht nur die Tabellensituation spricht im Vorfeld dieser Partie eine deutliche Sprache. Die Harzer haben den zweiten Rang für sich gepachtet, einzig Aufsteiger Burg ist besser. Förderstedt kämpft hingegen im Keller ums Überleben. Halberstadt II erzielte bislang 78 Tore und stellt damit den erfolgreichsten Angriff der Liga. Förderstedt war 38-mal erfolgreich. Damit nicht genug. Die Germania stellt mit 22 Gegentoren hinter Burg die zweitbeste Abwehr. Förderstedt musste bislang 54-mal hinter sich greifen. Außerdem sind die Gastgeber die zweitbeste Heimmannschaft - der SVF hingegen die zweitschlechteste Auswärts-Elf.

Die Zahlen sprechen eine eigene Sprache. Das taten sie allerdings auch vor dem Hinspiel und am Ende bejubelte der SV Förderstedt einen 1:0-Erfolg. "Dabei hatten wir aber auch etwas Glück", erinnert sich Förderstedts Trainer Jens Liensdorf. "Aber das muss man sich auch erstmal erarbeiten." Auch in der Vorsaison behielt der SVF mit 2:1 und 4:3 beide Male die Oberhand. Sind die Halberstädter so etwas wie Förderstedts Lieblingsgegner? "Es wäre schön, wenn wir das nach dem Spiel auch noch sagen können. Wir wären sehr zufrieden, wenn wir zumindest einen Punkt holen würden."

Um am Ende nicht mit leeren Händen dazustehen, "muss alles passen", weiß Liensdorf. Die Abwehr der Gäste muss kompakt stehen und dabei vor allem Denny Piele im Auge behalten. Er ist der Torjäger der Landesliga schlechthin. 30 Treffer konnte er bislang auf seinem Konto verbuchen. Der Halberstädter profitiert von seiner Robustheit. Und: "Er weiß genau, wo das Tor steht", warnt Liensdorf.

Die großgewachsenen SVF-Verteidiger werden vor einer schweren Aufgabe stehen. Dennoch fordert der Trainer "Kompaktheit", aus der Konter eingeleitet werden sollen. Vorn müssen die Stürmer kaltschnäuzig abschließen, denn viele Gelegenheiten werden sie nicht bekommen.

Außerdem wird der Rückhalt von ganz hinten wichtig werden. "Auch der Torwart muss einen Sahnetag erwischen." Beim 3:0-Heimsieg sprang Marco Janich im Kasten ein. Voraussichtlich wird sich morgen aber wieder Maik Binnebößel die Handschuhe überstreifen. Janich könnte vorn wichtig werden. Im Hinspiel erzielte er den goldenen Treffer.

Zugute könnte den Gästen auch die Verlegung des Spielortes kommen. Die Partie wird nämlich auf dem Gelände der Fortuna ausgetragen. "Der Platz ist kleiner", weiß Liensdorf. Dies könnte das Förderstedter Streben nach Kompaktheit begünstigen und möglicherweise dazu führen, dass die Gäste die Statistiken auf den Kopf stellen.

Es fehlen: Philipp Früchtel (verletzt), Dennis Herrler (privat); Hinspiel: 0:1, SR: Mike Weiß (Osterweddingen)