Staßfurt (mnd). Sie hätte sicher besser laufen können für Rainer Baumgart, die Vorbereitung auf die Partie gegen die SG Eintracht Glinde. Aufgrund kleinerer Blessuren, Krankheit oder beruflicher Verpflichtungen konnte der neue Trainer des HV Rot-Weiss Staßfurt nur zehn Spieler zu den Trainingseinheiten begrüßen. Doch die "nicht optimale Woche" zählt für den Mitteldeutschen Handball-Oberligisten heute nicht mehr, denn um 16.30 Uhr ist Anpfiff, dann ist Derby-Zeit, dann geht es heiß her.

Zumindest hoffen alle Beteiligten auf ein spannendes und emotionsgeladenes Duell, obwohl die Tabellenkonstellation die Erwartungshaltung dämpft. Doch in der Tatsache, dass die Eintracht das Schlusslicht der Liga ist, sieht Baumgart ein Risiko: "Angeschlagenene Gegner sind die gefährlichsten. Glinde kann befreit aufspielen." Den Gegner hat er anhand von Videomitschnitten intensiv studiert und kommt zu der Erkenntnis, dass vor allem "die offensive und mannbezogene Deckung" bezwungen werden muss. Beim gestrigen Abschlusstraining und im Testspiel gegen den Sachsen-Anhalt-Ligisten TSG Calbe am Dienstag wurden deshalb entsprechende "taktische Varianten ausprobiert".

Den Verlauf der zurückliegenden zwei Wochen bewertet Baumgart positiv: "Wir haben bestimmte Sachen geordnet, bespielsweise die Kontinuität im Deckungsverhalten oder die Feinabstimmung in der zweiten Welle. Die Mannschaft ist in einem guten Zustand und hat das Niveau für diese Liga."

Auf Marko Richter (krank) muss Baumgart gegen Glinde verzichten, der Einsatz des angeschlagenen Alexander Ernst ist fraglich. Zudem konnte Christian Lingk berufsbedingt nicht trainieren und wird auch erst kurz vor dem Anpfiff in die Halle kommen.

Bei der Eintracht ist das Fehlen bestimmter Akteure keine Seltenheit, vielmehr ist es Normalität. Trainer Andreas Wiese, der selbst gesundheitlich angeschlagen ist, muss auf Ronny Krause und Torhüter Steffen Oppenheimer verzichten. Somit steht mit Ralf Borchardt nur ein Keeper zur Verfügung, der aber bereits aus privaten Gründen seinen Abschied angekündigt hat, nach dem Spiel. Bis dahin will er jedoch alles geben, ebenso wie die anderen "alten Hasen" Matthias Scheller und Andreas Kühne, auf die Wiese gegen den HV Rot-Weiss vertraut. "Sie müssen es richten und Druck von den Jungen nehmen", sagt Wiese. Dadurch hofft er auf eine Initialzündung von Christoph Frank, der auf Mitte nicht nur Regie führen, sondern auch Torgefahr ausstrahlen soll. Dem wurfstarken Rückraum der Gastgeber indes will Wiese offensiv und mit "vernünftiger Härte" begegnen. "Sie sind ebenfalls verunsichert und machen Fehler". Wiese hofft somit, Revanche für die schmerzhafte Heimniederlage nehmen zu können.