Benjamin Schleysing arbeitete wie immer viel. Der Landesklasse-Fußballer der ZLG Atzendorf beackerte am Sonnabend die linke offensive Flügelseite und ging stets als Sieger aus seinen Zweikämpfen hervor. In der 22. Minute holte er dann noch einen Elfmeter heraus, den Torjäger Steffen Linsdorf sicher zum 1:0 verwandelte. Der siebte Saisonsieg lässt aber weiter auf sich warten, denn der SV Irxleben kam noch vor der Pause durch einen Freistoß zum 1:1-Ausgleich, der auch gleichzeitig den Endstand bedeutete.

Atzendorf. Bei den Atzendorfern rückte Marcus Brüggemann wieder ins Aufgebot. Der 25-Jährige war Anfang März von seinem viermonatigen Bundeswehreinsatz in Afghanistan zurückgekehrt und stieg in der vergangenen Woche wieder ins Training ein. Den Trainingsrückstand merkte man dem agilen Abwehrspieler allerdings nicht an. Er strahlte wie immer Ruhe aus, scheute keinen Zweikampf und schaltete sich immer wieder nach vorn und hinten ein. Dabei wollte Bernhard Knoll aus dem Trainergespann mit Steffen Grohe ihn eigentlich nicht von Beginn an bringen. Er entschied sich um und schenkte Brüggemann von Beginn an das Vertrauen. Die Kraft reichte dann bis zur 75. Minuten, für ihn kam Sven Wolter.

Bei einem anderen, Schleysing nämlich, waren die Kraftreserven nach 53 Minuten aufgebraucht. "Er hatte freitags Blut gespendet und war dadurch nicht mehr im Vollbesitz seiner Kräfte", wusste Grohe. Bis zu seiner Auswechslung zog er das Spiel auf der linken Seite an sich und setzte sich insbesondere gegen seinen ständigen Begleiter Matthias Zornemann stark durch. So wie in der 22. Minute. Beim Vordingen in den Strafraum wurde er dann von Kapitän Marian Gerasch unsanft von den Beinen geholt.

Der Pfiff des Schiedsrichters blieb dann nur wenige Minuten später aus, als Linsdorf von Peter Jordan an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht wurde. Davon ließ sich der Gastgeber aber nicht aus der Ruhe bringen und sorgte insbesondere über die Außen durch Schleysing oder Daniel Ebeling für Gefahr. Die Abnehmer der Flanken waren meist Linsdorf und Niels Graichen, die aber ihre Chancen nicht nutzten. Der Ausgleich fiel dann kurz vor der Pause, als Oliver Linke einen Freistoß aus etwa 30 Metern direkt verwandelte (41.). Da hatte selbst Keeper Sascha Eisenträger keine Chance. "Wir hatten erst noch überlegt reinzurufen, um einen Spieler auf die Torlinie zu stellen", so Grohe. Da war es bereits zu spät.

Der Ausgleich hielt auch in der zweiten Hälfte Bestand, obwohl sich beim Gastgeber der Kräfteverlust bemerkbar machte. Die Irxlebener, die in den zweiten 45 Minuten mehr Druck ausübten, zogen daraus kein Kapital. "Aufgrund der unterschiedlichen Halbzeiten können wir mit dem Unentschieden zufrieden sein. Das Wichtigste ist, das wir weiterhin sechs Punkte zu einem Nichtabstiegsplatz haben", resümierte Grohe.

Atzendorf: Eisenträger - Ch. Rock, Franzelius, Rehbein, Brüggemann (75. Wolter), Ebeling), Schleysing (53. St. Rock), Ingler, Graichen (69. Faßhauer), Voigtländer

Irxleben: Willner - Jordan, Gerasch, Schott, Schulze, Domnick (80. Bruchmüller), Linke, Partsch, Zornemann (46. Bertram), Kotulla, Hilliger (59. Küster)