Quedlinburg (sam). In den vergangenen Jahren kehrte Rüdiger Nettlau nie mit leeren Händen von seinen Wettkämpfen in seine Heimat zurück. Das war am Sonntag nicht anders, als der Hecklinger im Trikot des HSV Medizin Magdeburg beim 36. Quedlinburger Waldlauf, zugleich der sechste Wertungslauf im Gaensefurther Läufercup, in seiner Altersklasse M 60 den ersten Platz belegte. Dafür bekam er einen Pokal, eine Urkunde und eine Medaille, die mit dem Konterfei des Königs Karl geprägt war, überreicht. "Die Medaille hat jeder Teilnehmer bekommen", wusste Nettlau.

Nettlau sammelte also weiter wertvolle Punkte für die Cupwertung. Er nahm dafür die 14,3 Kilometer in Angriff, die er in einer starken Zeit von 57:58 Minuten bewältigte. "Das ist eine super Zeit", freute er sich nach dem Zieleinlauf. Insgeheim hatte er sich schon eine Zeit von unter einer Stunde vorgenommen, die angesichts der sommerlichen Temperaturen zunächst unrealistisch schien. Die Strecke verlief aber zum größten Teil durch den Wald, so dass ihm das Laufen "richtig Spaß machte" und er somit gut unterwegs war. "Ich bin eigentlich gar nicht der Typ, der zwischendurch auf seine Uhr nach der Zeit schaut", sagte er. Da es bei ihm aber so gut lief, informierte er sich kurz und dachte bei Kilometer zwölf: "Du kannst die Zeit packen." Auf den letzten drei Kilometern empfand er zudem den Wind, der von vorn kam, als "sehr angenehm". So versuchte er erst gar nicht im Windschatten zu laufen, sondern genoss die frische Brise. Auf den letzten Metern setzte er dann die letzten Kraftreserven frei, überholte noch einige Teilnehmer, die wesentlich jünger waren als er, und überquerte freudestrahlend die Ziellinie.

Nettlau nahm bereits zum zweiten Mal an diesem Lauf teil. Seine Premiere feierte er 1992, allerdings "sind wir eine andere Strecke gelaufen". Eines hat sich damals wie heute nicht geändert - die Platzierung. Als Sieger durfte er sich vor knapp 20 Jahren allerdings noch über eine Ehrenrunde mit einem Pferd freuen.