Prag/Hannover (sbö). "Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Mensch läuft." Getreu dem Zitat von Emil Zátopek waren die Aktiven der Gaensefurther Sportbewegung am Wochenende auf sieben Veranstaltungen anzutreffen. Neben den Wettkämpfen zum Läufercup in Halle und Quedlinburg (Volksstimme berichtete) fand im Huy der Burgenlauf statt, startete in Braunsbedra der Geiseltal- Duathlon, in Prag und Hannover Marathons und fand ein Tag der offenen Tür der Abteilung Tennis statt.

Bereits um 5.30 Uhr sammelte sich die erste Fahrgemeinschaft Richtung Hannover. Nach Parkplatzsuche und Startnummernausgabe bereitete sich Dirk Meier als einziger auf seinen Marathonstart um 9 Uhr vor. Zeitgleich, im 500 Kilometer entfernten Prag, fieberte Lutz Klauß seinem persönlichen Kampf entgegen. Beide Männer, die optimal vorbereitet waren, wussten, dass ihnen die Hitze über die 42,195 Kilometer wertvolle Minuten kosten würde.

Die Tagesform passte und laut schallende Musikhits und die begeisterte Menschenmasse am Start ließen den Adrenalinspiegel steigen. "Zehn, neun, acht", zählten die Teilnehmer ohrenbetäubend. "Drei, zwei, eins - Start!" Minutenlang schob sich der Tross über die Startlinie, ein Chip, am Laufschuh befestigt, registrierte die genaue Startzeit. Neben tausenden Volksläufern kamen auch Top-Athleten wie Peter Kurui (am Ende zweiter Platz) oder Amos Matui (3.) an die Leine. Am Ende sollte Lusapho April aus Südafrika in 02:09:25 Stunden siegen. Laufzeiten, von denen europäische Athleten meist nur träumen.

Eine ganz andere Traumzeit hatte Lutz Klauß verinnerlicht. Ein Marathon unter vier Stunden sollte es werden. Über Kopfsteinpflaster ging es durch die Prager Altstadt, aber selbst das hatte er trainiert. Kam in der Vergangenheit ab Kilometer 32 immer "der Mann mit dem Hammer", war Tschechien wohl weit genug entfernt. Es kam bald Kilometer 35 - und Klauß hielt durch. Nach traumhaften 3:55:48 Stunden lief er über die Ziellinie. Anruf in Deutschland: "Nie wieder Marathon - ich hab\'s geschafft!"

Bei Meier lief bis Kilometer 35 alles nach Plan. Dann ein Schlenker und ein schleichender Schmerz im Rücken, der immer heftiger wurde. Mit ruhigem 130er Puls humpelte Meier in Hannover ins Ziel. Am Dienstag lief er wieder...

Katrin Winkler-Hindricks, Petra Becker und Jens-Uwe und Sabine Börner starteten in Hannover unter der Devise: "Halb reicht auch mal!" Aufgeregt trennten sie sich vor dem Start der 21 Kilometer. Zahlreiche Samba-Bands begleiteten die Damen bei ihrer Sightseeing-Tour. Fast zeitgleiche Ergebnisse wurden erreicht. "Da hätten wir auch zusammen laufen können." Ganz allein lief auch Sylvia Köhn. Das Ziel, die zehn Kilometer unter einer Stunde zu absolvieren, hat sie trotz Mittagshitze und böigem Wind gemeistert.

Einen neuen Weltrekord durften die Bode-Runners auch erleben. 51 Teilnehmer waren aneinander gekettet und bewältigten unter diesen Umständen die Marathondistanz.

Marathon Prag: M 55: Lutz Klauß in 03:55:48 h. Marathon Hannover: M 45: 117. Platz Dirk Meier in 03:44:33 h. Halbmarathon: W 40: 50. Platz Katrin Winkler-Hindricks in 1:53:57 h, 62. Platz Petra Becker in 1:56:42 h W 45: 45. Platz Sabine Börner in 1:56:00 h; M 45: 103. Platz Jens-Uwe Börner in 1:39:50 h. 10 Kilometer: Frauen: 57. Platz Sylvia Köhn in 56:19 min. (alle Gaensefurther Sportbewegung)