Wulferstedt l Zunächst war da die ungewöhnliche Schiedsrichteransetzung: der qualifizierte Schiedsrichter Mike Weiß sprang kurzfristig für seinen verhinderten Kollegen ein. Ungewöhnlich deswegen, da er sonst vornehmlich in der Verbandsliga zum Einsatz kommt und seit Jahren keine Kreisklasse mehr gepfiffen hat. Diese Qualität war auf dem Platz besonders in der hitzigeren zweiten Halbzeit zu spüren.

Weiterhin traten die Gäste sehr ersatzgeschwächt an und begannen zunächst nur mit zehn Spielern, ehe der elfte verspätet eintraf und mit Mütze den Platz betreten wollte. Der Schiedsrichter untersagte das.

Sportlich lieferte die Begegnung in der ersten Halbzeit dagegen kaum Höhepunkte. Die Mannschaften tasteten sich größtenteils ab, taten sich sportlich mit zwei, drei harmlosen Versuchen und auch körperlich kaum weh.

Nach dem Seitentausch wechselte Germania-Trainer Tobias Schmidt Philipp Jekal und Robert Köhler ein und bewies ein glückliches Händchen mit seiner Umstellung. Wulferstedt kam mit Schwung aus der Kabine, doch sowohl Jekal als auch Jaffke im Sturm scheiterten am Außennetz. Auch Erxleben kam zu guten Gelegenheiten und Beisch im Tor konnte sich auszeichnen. In der 60. Minute dann die spielentscheidende Szene: Köhler nahm nach einem missglückten Abwehrversuch an der Mittellinie den Ball und Fahrt auf und konnte erst kurz vor dem Strafraum mit einer Notbremse gestoppt werden. Da eine klare Torchance mit unfairen Mitteln verhindert wurde, zog Schiedsrichter Weiß folgerichtig die Rote Karte. Doppelt bitter, dabei handelte es sich ausgerechnet um den extra angeforderten und nachgereisten Sportskameraden.

In Überzahl drückte Germania nun noch mehr. Fast zwangsläufig vollstreckte Robert Köhler eine der vielen Torchancen zum 1:0 (67.). Sein Schuss aus zentraler Position und mit der Pieke ließ den Gästetorhüter nicht gut aussehen. Kompliment an die Gäste, die zwar fortan die Partie hitziger führten und kommentierten, jedoch nicht aufsteckten. Beisch hatte alle Hände voll zu tun. Gegen Florian Daul war er in der 73. Minute machtlos. Dieser scheiterte zwar noch beim ersten Abschluss, der Klärungsversuch von der Linie landete jedoch wieder bei ihm und er hatte keine Mühe, den Ball zum 1:1 im Tor unterzubringen. Doch praktisch schon mit der nächsten Gelegenheit ging Wulferstedt wieder in Führung. Jekal wurde vor dem Tor freigespielt, seinen Torschuss konnte Torwart Müller noch gegen den Pfosten lenken, doch abermals Köhler kam an den Ball und brachte Wulferstedt wieder in Führung (77.). Ralf Jaffke sorgte in der 81. Minute für den Schlusspunkt. Nachdem erneut Jekal den Ball schön in den Strafraum spielte, schüttelte Jaffke seinen Gegenspieler ab und vollendete in die lange Ecke zum 3:1 Endresultat.

Germanias Zweite läutete mit dem 3:1-Sieg über Erxleben die Feierlichkeiten an diesem Tage ein, denn auch die Erste konnte mit einem 7:0-Sieg bei der abendlichen Feuerwehr-Jubiläumsfeier zur ausgelassenen Freudenstimmung beitragen. Am Wochenende reist die Landesklasse-Reserve zum Vergleich nach Klein Wanzleben, Anpfiff der Begegnung ist um 15 Uhr.

Torfolge: 1:0 Köhler (67.), 1:1 Daul (73.), 2:1 Köhler (77.), 3:1 Jaffke (81.). Zuschauer: 22.