Langenwedingen (red) l Eine kleine Überraschung ist der Sieg des SV Langenweddingen in Wittenberg gewesen. Das lag daran, dass die Sülzetaler mit einer Notbesetzung zum Sonntagsspiel angereist waren, da kurzfristig auch noch Jörg Friedrich ausfiel, man somit erneut auf die halbe Mannschaft verzichten musste.

Der HBC war von Beginn an der erwartet schwere Gegner, aber die Gäste hielten ordentlich mit. Beide Teams boten phasenweise richtig guten Handball. Der SVL ging mit 0:1 in Führung, doch die Gastgeber glichen postwendend aus. Dies ging bis zum 3:3 so weiter. Beide Mannschaften befanden sich auf Augenhöhe, ehe sich der SVL dann doch den ein oder anderen Fehler leistete. Wittenberg nutzte die einzelnen Aussetzer der Gäste und ging nun selbst in Führung. Da sich der SVL aber nie aufgab, war der Rückstand beim 6:4 und 9:6 nicht groß.

Mit flüssigem Positionsspiel fand der Gast immer wieder Lücken in der HBC-Abwehr. Entweder wurde über die Außen abgeräumt, oder Alexander Rohr am Kreis freigespielt. Da dieser dann oft unsanft gestoppt wurde, verwandelte Matthias Scheller die folgerichtigen Strafwürfe.

Youngster Mathias Knorr, der - sonst auf der Außenposition spielend - notgedrungen erstmals im rechten Rückraum eingesetzt wurde, war ein belebendes Element, genauso wie Ricardo Schult. Beide brachten nach einer Auszeit ihr Team wieder auf 13:12 heran, ehe es mit dem 14:13 für den HBC in die Kabinen ging.

Die Gäste waren sich einig so weiterzukämpfen. Es war noch nichts verloren. Entsprechend kamen sie dann auch aus der Kabine. Matthias Scheller mit einem Doppelpack brachte mit dem 14:15 erstmals wieder die Führung und diese sollte auch der Grundstein für eine nahezu perfekte zweite Halbzeit gewesen sein. Einzig beim 15:15, 17:17 und 19:19 konnte der HBC ausgleichen, ansonsten bestimmten die Langenweddinger das Spiel.

Auch die Schrecksekunde, als Matthias Scheller nach 40 Spielminuten und der dritten Zeitstrafe mit Rot vom Feld musste, meisterte der SVL. Nun übernahmen die verbliebenen Spieler Verantwortung, Christian Stark traf per Konter und zwei Mal von außen, Tobias Deutscher rückte in die Spielmacherrolle, hatte dort ein tolles Auge für seine Nebenleute, war aber auch selbst erfolgreich.

Der SVL setzte sich über 19:21 und 20:23 nun langsam aber auch entscheidend ab, selbst fragwürdige Unterzahlsituationen überstand man mit toller kämpferischer Einstellung. Und dann war ja da noch Ricardo Schult, der ein nahezu perfektes Spiel ablieferte. Egal ob hinten, auf Deckungsspitze oder auf ungewohnter Halbposition, er machte vieles richtig. Vorne war er nicht zu bremsen, übernahm sogar in der Schlussphase die Strafwürfe und verwandelte diese eiskalt. Insgesamt kam er auf sieben Treffer. Zwar wirkte er das ein oder andere Mal ein wenig hektisch, doch auch dies konnte seine klasse Leistung nicht schmälern.

Mathias Knorr erzielte das wichtige 22:27, ehe auch er nach der dritten Zeitstrafe vom Feld musste. Damit war die Auswechselbank der Gäste leer. Doch zum Glück befand sich das Spiel da schon in seinen letzten Zügen. Der HBC nutzte die Überzahl und verkürzte noch mal zum 25:28 ehe der Schlusspfiff ertönte.

Die mitgereisten Fans bedankten sich mit viel Applaus beim Team: für ein tolles Spiel gegen einen an diesem Tage sehr starken Gegner. Am Wochenende kommt es in der Langenweddinger Halle zum Klassiker gegen den BSV 93 Magdeburg. Nach dem Erfolg beim HBC kann der SVL mit ganz viel Selbstvertrauen in dieses Spiel gehen.

SV Langenweddingen: A. Pfahl - C. Stark (3), R. Schult (7), M. Scheller (7), M. Knorr (4), T. Deutscher (4), T. Heine, A. Rohr (1).