Von Florian Bortfeldt

Barleben/Halberstadt l Der Spitzenreiter der Landesliga Nord, FSV 1911 Barleben, hat sich standesgemäß gegen den auf einem Abstiegsplatz rangierenden VfB Germania Halberstadt II durchgesetzt. Die Rand-Magdeburger siegten am Ende mit 4:2 (1:0).

Die ganz große Hoffnung auf einen Sieg hatten die Vorharzer sicher nicht, denn die Barleber sind in dieser Serie noch ungeschlagen und peilen den Verbandsliga-Aufstieg an. "Trotzdem", so VfB-Trainer Torsten Brinkmann mit dem notwendigen Ehrgeiz, "sind wir ja alle Sportler und fahre nicht zu einem Auswärtsspiel, um ohne Punkte zurückzukehren".

Erstmals in dieser Saison stand Malick Bolivard vom Kader des Regionalligisten in der Startformation der VfB-Reserve. Nach Absprache beider Trainer sollte er 45 Minuten lang in vorderster Spitze für Unruhe sorgen. Nach der Pause kam mit Amir Ali Mostowfi ein weiterer Akteur der ersten Mannschaft zum Einsatz.

In der Tat präsentierte sich der Gast über weite Strecken ordentlich. Eine halbe Stunde lang stand die Null, gleichzeitig kam man selbst auch zu Torabschlüssen. Die Barleber waren dennoch das aggressivere und spielbestimmende Team. Der FSV war um Ballbesitz und Kontrolle bemüht. Spätestens nach dem 1:0 durch Denny Piele, nach einem Standard köpfte er zur Führung ein, war das auch am Ergebnis erkennbar.

Die Germania blieb taktisch diszipliniert, wollte vor allem über eine sichere Defensive zu Kontern kommen. Torsten Brinkmann unterstrich diese Vorgaben auch nochmal in der Kabine: "Achtet auf die Abwehr."

Wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff setzte sich Steven Rentz auf halblinks durch und versuchte sich im Abschluss. Ex-Germane Alexis Lenhard im Tor des FSV 1911 war noch dran, lenkte den Ball aber unfreiwillig vor die Füße des mitgelaufenen Florian Köhler. Der schob zum 1:1-Ausgleich ein.

Mit einem Doppelschlag in der 72. und 75. Minute sorgte der hohe Favorit wieder für klare Verhältnisse. Torwart Daniel Holtzheuer übersah beim Versuch den Ball zu klären Gegenspieler Thorsten Kühnast. Dieser hob den Ball über ihn hinweg zum 2:1 in die Maschen. Auch beim 3:1 sah der VfB-Keeper nicht glücklich aus. Einem Konter begegnete er zu zögerlich, so dass erneut Piele im Laufduell mit Kevin Neef das bessere Ende auf seiner Seite hatte. Einen Strafstoß der Gastgeber parierte Holtzheuer, der zuvor selbst gefoult hatte, indem er lange wartete und in der Mitte verharrte. Das 4:1 fünf Minuten vor dem Abpfiff fiel nach einem klassischen Konter. Kapitän Köhler sorgte dann noch für ein freundlicheres Resultat aus Sicht der Vorharzer, als er Lenhard im FSV-Tor "vernaschte".

Brinkmanns Fazit: "Wir haben uns gut verkauft, können die nächsten Aufgaben mit erhobenem Haupt angehen. Wenn wir jetzt dran bleiben, das positive aus dieser Partie mitnehmen, kommen wir auch wieder zum Erfolg."

VfB Germania II: Holtzheuer - Helmholz, Wanka (72. Herschelmann), Neef, Wersig, Rentz, Rathsack, Stammer, Köhler, Bolivard (45. Mostowfi), Henneberg;

Torfolge: 1:0, 3:1 Denny Piele (32., 75.), 1:1, 4:2 Florian Köhler (53., 87.) 2:1 Thorsten Kühnast (72.), 4:1 Maik Koschwitz (85.); Schiedsrichter: Frank Schinke, Zuschauer: 116.