Nachdem man schon zur 25. Auflage dabei gewesen war, machten sich die Halberstädter Volksläufer Roswitha und Lothar Ahrens diesmal auf den Weg zum 30. Medoc-Marathon. Dem Lauf mit der längsten Weinprobe der Welt.

Halberstadt (fbo) l Der diesjährige Marathon stand unter dem Motto "Karneval der Nationen". 95 Prozent der LäuferInnen liefen kostümiert, nur die, die sich Siegeschancen einräumten, verzichteten auf Kostümierung, denn die Sieger wurden in Rotwein aufgewogen.

Für die Volksläufer traf das "Gesamtpaket" des Veranstalters zu: "La santé, le sport, la convivialité, la fête!" Übersetzt: Gesundheit, Sport, Gastfreundschaft und Geselligkeit. Lothar Ahrens: "Die Gastfreundschaft war groß geschrieben, die Helfer hatten alle Hände voll zu tun." In über 20 Wein-Chateaus wurde teils sogar in Rotweingläsern der Rotwein der Region gereicht.

Vor dem Start fand ein ca. einstündiges Programm statt, welches die Läuferschar auf die kommenden 42 km einstimmte. Mit Konfetti-Bollerschüssen und Feuerwerk begann der Lauf. Start- und Ziel war der kleine Ort Pauillac. Roswitha Ahrens: "Danach lernten wir auch das riesige und weltweit bekannte Weinanbaugebiet Medoc bei Bordeaux kennen."

Zu Beginn des Laufes war es warm, aber das Thermometer kletterte später bis auf 35 Grad. Ab Kilometer fünf begann die große Herausforderung: Laufen, stoppen, trinken, essen, laufen "und das hätte man über 20 Mal genießen können", erinnerte sich das Ehepaar. Auf der 42 Kilometer langen Strecke gab es außer Rotwein aber auch andere Getränke sowie Obst und Kuchen und das alles untermalt von über 40 Bands, die für beste Stimmung sorgten.

Bis Kilometer 17 folgten die Domstädter dieser indirekten Anweisung, danach verzichtete man auf Rotwein und walkte zwischenzeitlich, um dann auf den letzten fünf Kilometern Spezialitäten wie Austern und Weißwein, Käse, Schinken, gegrilltes Filet, Eis und Champagner und immer und immer wieder Rotwein zu genießen.

Einigen Teilnehmern war die Zeit egal - der Rotwein stand an erster Stelle. Diese Sportler mussten allerdings auf die Medaille, den geschliffenen Rotweingläsern, der Flasche Wein vom Chateau Fonreaud einschließlich Medoc-Tasche verzichten.

Bei all diesen Genüssen musste auch die Zeit von 6:30 Stunden beachtet werden, damit man noch gewertet wurde. Lothar Ahrens: "Die letzten 195 Meter liefen wir gemeinsam feucht-fröhlich auf dem roten Teppich über die Ziellinie." Da zeigte die Uhr 6:28 Stunden.

Das Fazit fiel mehr als positiv aus. "Einen solchen Marathon zu absolvieren, macht Spaß in einer Gruppe und den hatten wir. Wir sind mit Lauffreunden der Gaensefurther Sportbewegung angereist. Die Reise haben wir außerdem mit einem Paris-Besuch verbunden. Wir besuchten das Moulin Rouge und stiegen per Stadtrundfahrt bei den vielen Sehenswürdigkeiten immer wieder ein und aus. Natürlich waren wir auch auf dem Eifelturm und genossen die Aussicht auf Paris."