Am vergangenen Sonn- abend hielt Carsten Kischel beim 4:1-Erfolg der zweiten Mannschaft des VfB Germania Halberstadt gegen Blau-Weiß Gerwisch einen Elf- meter. Mit dem 26-jährigen Torwart sprach Lokalsportredakteur Bernd Kramer.

Volksstimme: Herr Kischel, in der Landesliga in einem Punktspiel einen Elf- meter zu halten, das kommt nicht so oft vor, oder?

Carsten Kischel: Eher selten.

Volksstimme: Sie sind ja eigentlich kein Torwart. Wie kamen Sie dann überhaupt zu diesem Einsatz im Spiel gegen Gerwisch?

Kischel: Da die beiden Torhüter der Zweiten, Alexis Lenhard und Daniel Löffke, verhindert waren, wurde ich vom Trainer gefragt, ob ich einspringen könnte. Da habe ich mich kurzerhand entschieden, der Mannschaft zu helfen und habe ja gesagt.

Volksstimme: Germanias Trainer Ingo Vandreike meinte, dass der von Ihnen gehaltene Elfmeter die entscheidende Szene des Spiels war. Sind Sie darauf ein bisschen stolz?

Kischel: Hmmm ja. Wenn der Anschlusstreffer gefallen wäre, hätten wir mit Gerwisch sicherlich noch einmal Probleme bekommen.

Volksstimme: Ihren Namen verbindet man eigentlich mit dem Schiedsrichter- wesen. Wie sieht es mit Ihrer Schiedsrichterkarriere aus?

Kischel: Seit drei Jahren bin ich kein Schiedsrichter mehr. Ich habe mich beruflich anders orientiert, da blieb keine Zeit mehr. Die Pfeiferei hat sich somit für mich erledigt.

Volksstimme: Wie kamen Sie nun zum Fußball?

Kischel: Nachdem ich drei Jahre nichts gemacht habe, entschied ich mich, sportlich wieder aktiv zu werden. Seit Anfang 2011 beteilige ich mich bei der zweiten Mannschaft des VfB Germania Halberstadt am Training und stehe dort im Tor.

Volksstimme: War der Einsatz im Spiel gegen Gerwisch eine Eintagsfliege oder können wir Sie mit weiteren spontanen Aktionen beim VfB Germania erleben?

Kischel: Wenn ja, dann eher nur durch spontane Aktionen. Eine Karriere als Torwart möchte ich vorläufig nicht starten. Der Name Kischel als Torwart ist mit meinem Bruder Sebastian verbunden. Das soll auch so bleiben.