Landkreis (sbr) l Im Rahmen der Sitzung zu den Kinder- und Jugendspielen am Donnerstag gab es eine hitzige Diskussion. KSB-Geschäftsführer Hartmut Baethge äußert sich dazu im Volksstimme-Interview.

Volksstimme: Herr Baethge, ist es so, dass sich in einigen Sportarten nur Vereinsmitglieder beteiligen dürfen?

Teilnahmeberechtigt sind grundsätzlich alle Kinder und Jugendlichen der Schulen des Landkreises Börde und alle Mitglieder der Sportvereine des Kreissportbundes Börde. Ausnahmen regeln die örtlichen Ausrichter. In einigen Sportarten ist das vorherige Trainieren, das Kennen bestimmter Übungen und Abfolgen unerlässlich. In diesen Sportarten sind die Kinder- und Jugendspiele eine weitere Wettkampfmöglichkeit unter anderem für Kinder, die noch nicht immer das Leistungsvermögen besitzen. So sind grundsätzliche Voraussetzungen im Angeln oder Gerätturnen ebenso wichtig wie im Judo. Speziell ist das auch im Pferdesport, bei Radball und -polo oder bei den Rollkunstläufern oder den Schützen. Wir haben aber auch den Fakt in der Sportart Handball beispielsweise ein Turnier auf Schulbasis und eines auf Vereinsbasis durchzuführen. Die Orientierung ist seit langer Zeit ausgegeben, dass in Sportarten, wo eine geringe Beteiligung zu erwarten ist, die Wettkämpfe auch mit benachbarten Kreisen durchgeführt werden können.

Warum ist das so?

Grundsätzlich geht es darum, den Kindern zusätzliche Bewährungsproben anzubieten, ihnen zugleich aber auch neue Angebote - da wo möglich - zu bieten. Letztlich entscheiden die Sportverbände und die ausrichtenden Vereine, in welche Richtung das geht. Einiges ist auch aus der Geschichte ein wenig anders gewachsen. So wurden im Kreissportbund Bördekreis die Handballturniere auf Vereinsbasis und im KSB Ohrekreis die Turniere auf Schulbasis durchgeführt.

Nehmen Sie die Kritik der Kanu-Sportler ernst und denken Sie über eine Änderung nach, um allen Kindern gleichermaßen die Teilnahme zu ermöglichen?

Kritik nehmen wir immer ernst. Die Kinder- und Jugendspiele stehen allen offen. Eine derart große Breite und Vielfalt der Wettkämpfe gibt es nicht überall.

Gleichzeitig gab es ausgerechnet bei der Leichtathletik - bei der die Kanusportler das weitaus einfachere Prozedere in der Durchführung sehen - Kritik von den Schulen, weil sie sich gegen die Vereine chancenlos sehen. Können Sie das nachvollziehen?

Wer schon einmal eine Leichtathletikveranstaltung durchgeführt hat oder an der Durchführung beteiligt war, kann nicht von einem `einfachen Prozedere` sprechen. Uns ist wichtig, dass leistungsstarke Vereinssportler bei den Spielen für ihre Schule starten und sie so beim Einfahren von Erfolgen unterstützen. Natürlich kann es sein, dass Schüler sich durch regelmäßiges Training leistungsmäßig von ihren Mitschülern unterscheiden. Aber wie oft sehen wir, dass sich nichtorganisierte Schüler gegenüber den Vereinssportlern durchsetzen? Gerade auf diese Schüler kommt es den Vereinen bei dieser Veranstaltung an. Es gibt so viele unentdeckte Talente in den Schulen, die es zu finden gibt. Diese für eine regelmäßige sportliche Betätigung zu gewinnen ist die große Bedeutung der Kinder- und Jugendspiele.

Auch die Verteilung der Fördermittel wurde kritisiert. An welchen Richtlinien orientiert sich der KSB dabei?

Der KSB orientiert sich strikt an der Förderrichtlinie des Landkreises. So werden unter anderem Kampf- und Schiedsrichterkosten (maximale Höchstgrenzen sind festgesetzt), Mietkosten für notwendige Technik, Ausgaben für medizinische Betreuung, sonstige Organisationskosten (Porto, Büromaterial), Verbrauchsmaterial (Startnummern, Sicherheitsnadeln, Munition) und zum Teil behördliche Genehmigungen und Gebühren erstattet. Da für alle Sportarten nur eine Gesamtsumme, zur Zeit 20.000 Euro, zur Verfügung steht, können nicht alle Wünsche erfüllt werden. Urkunden und Medaillen werden von uns zur Verfügung gestellt.

Haben Sie Verständnis für die Kritik?

Für jede Kritik sollten wir Verständnis aufbringen, wenn sie sachlich vorgebracht wird und den Tatsachen entspricht.