Mit einer Miniserie von zwei Siegen und gewachsenem Selbstvertrauen reisen die Handballer des HSV Haldensleben am Sonntag zum Landsberger HV. Allerdings muss der Sachsen-Anhalt-Ligist diesmal auf vier Spieler verzichten. "Wir wollen trotzdem unseren Lauf fortsetzen", sagte Trainer Matthias Schröder.

Haldensleben (dh) l Die Brüder sind wieder auf der Platte vereint. In der Statistik des jüngsten 27:23-Erfolges gegen die SG Seehausen las sich das so: Marvin Möritz markierte zwei Tore, Marco Möritz erzielte drei Treffer. Das hätte nach dem Geschmack ihres Trainer Matthias Schröder am Sonntag in Landsberg (Anwurf: 16 Uhr, Schulzentrum) genauso weitergehen können. Aber es geht so nicht weiter: Marco Möritz wird dem HSV berufsbedingt nicht zur Verfügung stehen.

Für den Beruf ist der ältere Möritz-Bruder aus Jena nach Haldensleben zurückgekehrt. Demnächst wird ihm seine Familie folgen. "Marco ist auf allen Rückraum-Positionen einsetzbar", freut sich Schröder. "Man hat natürlich gemerkt, dass ihm noch die Bindung fehlt." Das will Möritz nun im Training aufholen. Trotzdem war der Coach zufrieden mit der Leistung des 29-Jährigen, der mit seinen Würfen für einige Überraschungsmomente sorgen konnte.

Aber in Landsberg muss Schröder auf ihn verzichten - wie auf drei weitere Akteure. Neben Möritz fehlen nämlich Christoph Hilliger (krank), Marcus Tysack (Beruf) und Philipp Demuth (privat). "Während gegen Seehausen alle Spieler da waren, die einen Pass haben, fahren wir diesmal ersatzgeschwächt zum Auswärtsspiel", erklärte Schröder. Am Ziel soll das allerdings nichts ändern: "Wir wollen unseren Lauf fortsetzen."

Haldensleben hat mit den Erfolgen gegen Wolfen und Seehausen zuletzt das nötige Selbstvertrauen getankt, um auch beim Tabellensechsten (17:13 Punkte) bestehen zu können. Beide Teams trennen nur drei Pluspunkte voneinander, Landsberg hat allerdings eine Partie weniger bestritten. Nicht zuletzt hat Haldensleben (9./14:18) das Hinspiel deutlich mit 26:18 für sich entschieden. "Am Anfang der Saison war aber auch Landsberg noch nicht gefestigt in allen Bereichen", relativiert Schröder das klare Ergebnis.

Am Sonntag erwartet der 41-Jährige "ein Spiel auf Augenhöhe, in dem Kleinigkeiten entscheiden werden. Mit unseren individuellen Stärken müssen wir geduldig und diszipliniert gegen die Abwehr arbeiten." Denn die Abwehr ist die größte Stärke der Landsberger. Mit 347 Gegentreffern stellt der Gastgeber die zweitstärkste Defensive der Liga nach Spitzenreiter TSG Calbe (341). Aber Schröder weiß: "Wichtig wird auch sein, dass wir unsere eigene Abwehrleistung, die wir zuletzt festigen konnten, wieder abrufen können." Und zwar mit Marvin Möritz (25) im Mittelblock. Zumindest dürfte das die Chancen auf den zweiten Auswärtssieg in dieser Saison erhöhen.