Irxleben (ebo). Heinz Florian Oertel ist der wohl bekannteste DDR-Sportreporter. Er ist der Einladung des SV Irxleben gefolgt und hat dort sein Buch vorgestellt.

Dieser im 84. Lebensjahr stehende erfahrende Sportjournalist ist nach wie vor einer der sprachbegabtesten der deutschsprachigen Zunft. Er selbst stellt seine Person gern in den Hintergrund, beweist aber durch Weitsicht und sicheres Beurteilungsvermögen seine Lebenserfahrung.

Den Abend begann Oertel mit einem kurzen Abriss über seinen Werdegang. Die Jahre des Aufbruchs nach dem Krieg haben ihn stark geprägt. So nannte er wiederholt, das beeindruckendste Erlebnis seiner Laufbahn überhaupt wären die Olympischen Spiele 1952 in Helsinki, verbunden mit der dann jahrzehntelang anhaltenden Freundschaft mit Emil Zatopek, gewesen.

Es entwickelte sich eine rege Diskussion, die er immer wieder anregte und forderte. Die Themenvielfalt war allein durch seine über 40 Jahre währende Tätigkeit als Sportjournalist und Unterhaltungsmoderator bei Radio und Fernsehen gegeben. Durch die ungeheure Anzahl an erlebten sportlichen Großereignissen, wie Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen kann Oertel aus einem Fundus von Erlebnissen und Fakten schöpfen, der wohl einmalig ist. Moderator und Zuhörer tauschen viele gemeinsame Erinnerungen an vergangene Höhepunkte der letzten Jahrzehnte aus.

Nur gut, dass so ein beliebter, sein Leben lang in der Öffentlichkeit stehender Prominenter auch des Bücherschreibens mächtig ist, denn so können für folgende Generationen seine Ansichten der Sportgeschichte, die viel Wahrheit enthalten, nicht verlorengehen.

Organisator Hans-Werner Kotulla freute sich über die gelungene Veranstaltung und das aufgeschlossene Publikum. "Es war ein amüsanter Abend, der nachdenkliche, aber auch viele humorvolle Aspekte hatte. Er hätte ein größeres Auditorium verdient, als es gestern in der ausverkauften Sportgaststätte des SVI möglich war."