Wörlitz (hru/sza) l Fußball-Kreisligist SG Dobritz/Garitz musste beim unmittelbaren Mitkonkurrenten um den Ligaverbleib, der SG Oranienbaum/WörlitzII, antreten und wollte unbedingt drei Punkte mit nach Hause nehmen. Dass daraus nichts wurde, lag wieder einmal am unkonzentrierten Abwehrverhalten und dem Auslassen von hundertprozentigen Tormöglichkeiten.

Wurde die erste Halbzeit förmlich verschlafen, zeigte die Mannschaft in der zweiten Hälfte, was in ihr steckt. Das war auch unbedingt notwendig, denn ab der zweiten Hälfte verstärkte sich der Gastgeber mit Spielern der ersten Mannschaft, die einen zeitigeren Spielbeginn in Mosigkau hatten und damit noch pünktlich anreisen konnten. Am Ende wurde es ein unglückliches 2:2. Auch deshalb, weil wieder einmal Robert Heilig einen Foul-Elfmeter in der 70. Minute über den Kasten jagte.

Das Spiel begann sehr nervös von Seiten der Gäste. So war es auch nicht verwunderlich, dass bereits in der vierten Minute der erste Gegentreffer fiel. In eine Eingabe von rechts sprintete Dos Santos Bär. Beim Versuch, ihn in seiner Aktion zu stören, behinderten sich Torhüter St. Hinz und H. Sohn gegenseitig.

Diese Situation brachte nicht die erforderliche Ruhe in das eigene Spiel. Es lebte mehr von Zufälligkeiten, als von gezielten Aktionen. So war es ein Kick "Not gegen Elend". Erst gegen Ende der ersten Hälfte erspielten sich die Gäste einen leichten Feldvorteil. In der 39. Minute fiel dann der längst fällige Ausgleich. In einen Freistoß von T. Els grätschte E. Metzker hinein und verwandelte zum 1:1.

Diese Aktion brachte etwas mehr Sicherheit in die eigenen Aktionen. Der Gegner geriet arg in Bedrängnis. In der 42. Minute eine recht kuriose Situation vor dem Wörlitzer Tor. Ein Schuss von Heilig landete an die Unterkante der Torlatte, von da vor die Füße von Metzker, der ihn wiede- rum an die Querlatte jagte. Den zurückspringenden Ball spielte dann ein Abwehrspieler vom Fünfmeter-Raum zurück zum Torhüter, der diesen mit den Händen aufnahm.

Den indirekten Freistoß jagte Heilig über den Scheitel eines Abwehrspielers. Durch diese Zwischenberührung wurde es ein regelgerechtes Tor. Nicht auszudenken, wenn dieses Geschoss ein paar Zentimeter tiefer gekommen wäre.

Die zweite Hälfte begann wieder sehr eigenartig. "Es erfolgte eine Einwechslung eines Spielers mit der Nummer16. Die Nummer gab es aber nicht auf dem Spielberichtsbogen. Wir sind sehr gespannt, wie über diesen Tatbestand entschieden wird", berichtete Gäste-Trainer Helmut Rudolf. Zwei Spieler der Ersten wurden eingewechselt, was sich positiv auswirkte. Die Nummer16 zog die Fäden im Mittelfeld und sorgte immer wieder für Gefahr. In der 57. Minute spielte er den Ball hoch in den Fünfmeter-Raum. Torhüter Hinz fing ihn. Dabei wurde er von einem Angreifer förmlich unterlaufen. Der Angreifer blieb bei dieser Aktion liegen und Schiedsrichter Thormann pfiff, aber nicht Angriff auf den Torhüter, sondern zeigte zur Verwunderung aller auf den Punkt.

"Sehr verwunderlich kam seine Auslegung nicht nur bei uns, sondern auch beim Gastgeber an", war Rudolf erstaunt. Der eingewechselte Meyer verwandelte zum 2:2-Ausgleich.

"Nur gut, dass die Mannschaft sich von dieser Aktion nicht beeindrucken ließ. Erstaunlich kam sie immer besser ins Spiel, engte den Aktionsradius der Nummer 16 ein, so dass dieser kaum noch zu zwingenden Aktionen kam", freute sich der Trainer.

In der 67. Minute hatte J. Rudolf Pech, denn sein Eckball landete an der Querlatte. Dann lief Heilig frei durch und wurde durch Foulspiel gebremst (70.). Für den Abwehrspieler gab es nur Gelb, obwohl er der letzte Mann war. Der Gefoulte jagte die Kugel über den Kasten und verschenkte damit den möglichen Sieg. "Danach gab es noch etliche Möglichkeiten, den Siegtreffer zu erzielen. Leider wurde wieder sehr leichtfertig damit umgegangen. So blieb nur der eine Punkt übrig", war Rudolf am Ende doch enttäuscht.

In den kommenden drei Heimspielen sollte sich die Mannschaft freispielen, sonst könnte es sehr eng werden.

SG Dobritz/Garitz: Hinz - Els, Schmidt, Friedrich, Borgsdorf, Eckert, Fräßdorf, Sohn, Rudolf, Heilig, Metzker.