Die Zerbster Kegler vom SKV Rot-Weiß erreichten bei der Champions League (CL) zwar noch einen versöhnlichen dritten Rang, verfehlten dennoch ihr Ziel, ins Finale einzuziehen. Volksstimme erfragte nach dem kleinen Finale Meinungen von Spielern und Verantwortlichen.

Straubing (tza/sza) l Auf den schönen, nagelneuen Bahnen im "Liberty-Center" in Straubing gab es für die vielen Zuschauer und Kegelsport-Interessierten auf jeden Fall großartigen Sport mit tollen Ergebnissen zu sehen. Den Turnierbestwert erspielte Norbert Kiss vom Champions League-Sieger Szeged, der mit 695 Kegeln knapp am 700er vorbei schrammte.

Für die Zerbs- ter blieb der Bronzeplatz. Sportwart Andreas Förster meinte unmittelbar nach dem Sieg über Zapresic (CRO): "Ich bin vom Halbfinal-Tag noch negativ überwältigt, weil wir da unsere Leistung, die wir heute auf die Bahn gebracht haben, nicht zeigen konnten. Doch ich denke, wir konnten heute zeigen, was wir wirklich können und was unser Anspruch ist."

Mathias Weber: "Es ist ein weinendes und ein lachendes Auge. Die Reaktion der Mannschaft war heute klasse. Es zeigt, dass wir ein Team sind, miteinander gewinnen und verlieren. Schade, dass wir nicht ins Finale gekommen sind."

Boris Benedik: "Ich bin nach dem gestrigen Spiel sehr enttäuscht. Es ist normal, dass man nicht immer auf einem Toplevel spielen kann. Wenn man in der ganzen Saison nur ein Spiel verliert, bedeutet das gleich Rang drei. Mit dem heutigen Spiel bin ich sehr zufrieden, nicht nur über meine eigene Leistung, aber über die des ganzen Teams. Für den tollen Kampf heute kann ich dem Team nur gratulieren. Nun heißt es Kopf hoch, morgen ist wieder ein neuer Tag."

Christian Helmerich: "Ich fühlte mich schon seit Wochen richtig gut. Das konnte ich heute unter Beweis stellen. Ich finde es richtig gut, dass Timo mir die Chance gegeben hat, mich in der CL zu beweisen. Ich freue mich, dass ich mit meinem Ergebnis zum Bronzeplatz beigetragen habe."

Timo Hoffmann: "Wir sind froh, dass wir die Medaille geholt haben. Wir hatten uns als Mannschaft vorgenommen, heute zu zeigen, was wir in der gesamten Saison geleistet haben. Das haben wir heute gegen einen schweren Gegner eindrucksvoll bewiesen. Wir werden natürlich hinterfragen, warum wir das im Halbfinale nicht zeigen konnten. Ich muss mir den Fehler ankreiden, nicht gewechselt zu haben."

Oliver Scholler: "Im Halbfinale war die Leistung nicht wie erwartet. Im kleinen Finale war sie richtig gut. Nichtsdestotrotz sind wir hergefahren, um ins Finale zu kommen. Das haben wir nicht geschafft. Mir wäre es lieber gewesen, wenn wir heute 3760 Kegel gespielt und gewonnen hätten. Für das Publikum war es heute toller Kegelsport. So ist halt der Sport und es geht weiter."

Lothar Müller: "Ich bin erschüttert. Dass im Spiel um Rang drei alles viel besser war, ist noch viel schlimmer. Wir hatten eine Blockade im Kopf, denn wir haben den Gegner mit Sicherheit nicht unterschätzt. Unsere stabilsten Spieler der Saison boten heute Weltklasse-Resultate und am Samstag nicht. In der Situation, wo es spitz auf knapp stand, hatten wir nicht den Mut, zu reagieren. Und drei Wurf vor Schluss kippte das Spiel. Das tut sehr sehr weh."

Jürgen Franke (DKBC-Präsident): "Ich bin mit ganz anderen Erwartungen hergefahren. Es ist traurig. Wir und auch unsere Trainer sind hier nicht professionell aufgetreten. Wenn ich 60 Kegel vor habe und dies im zweiten Paar kippt, kann ich nicht tatenlos zusehen und hoffen, das wird schon wieder. Dass unsere Sportler das können, haben sie heute bewiesen, aber sie waren zum Halbfinale nicht mental eingestellt. Das haben die Trainer zu verantworten. Das habe ich ihnen auch schon gesagt."

   

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