Am Sonntag krönte Mathias Weber vom SKV Rot-Weiß Zerbst seine überragende Saison mit dem deutschen Einzelmeistertitel im Classic-Kegeln über 120 Wurf. Sein Teamchef Timo Hoffmann und der Leitzkauer André Fischer holten jeweils Bronze.

Villingen-Schwenningen l Die deutschen Einzelmeisterschaften im badischen Villingen-Schwenningen uferten am vergangenen Wochenende zu einer offenen sachsen-anhaltischen Meisterschaft aus.

Wegen der starken Ergebnisse der vergangenen Jahre und der extra Startplätze für den Titelverteidiger, die bei Weltmeisterschaften aktiven Nationalkader und den DKBC-Sportler des Jahres standen im 28-köpfigen Starterfeld nicht weniger als elf Kegler des Landesverbandes Sachsen-Anhalt im Wettkampf. Mit fünf Aktiven war der deutsche Mannschaftsmeister aus Zerbst vertreten. Der Zweitliga-Aufsteiger TuS Leitzkau hatte zwei Akteure im Rennen.

In der Qualifikation am Samstag, in der sich die besten acht Spieler für das Viertelfinale am Sonntag herauskristallisieren mussten, legten die beiden Zerbster Nationalspieler Axel Schondelmaier (636) und Mathias Weber (622) gleich zu Beginn uneinholbare Spitzenwerte vor. Mit Timo Hoffmann (3. Platz, 606), André Fischer (5., 602), Robert Heydrich (Zerbst, 6., 595) und Maik Kühlhorn (Magdeburg, 7., 586) standen gleich sechs Kegler aus Sachsen-Anhalt in den K.o.-Spielen.

Überraschend mussten hier schon der Titelverteidiger Thomas Schneider (Zerbst, 15., 572) und der Landesmeister Marcus Gerdau (Leitzkau, 12., 574) die Segel streichen. "Beide hätten mit etwas mehr Konzentration das Viertelfinale erreichen können. Eine 590er Zahl war für beide drin. Schade", meinte ein trotzdem zufriedener SKV-Sportwart Andreas Förster.

Im Viertelfinale konnte Schondelmaier seine starken Leistungen von der Weltmeisterschaft und aus dem Qualifikationslauf leider nicht bestätigen und unterlag dem bayrischen Landesmeister Christian Wilke deutlich mit 1:3 Satzpunkten (SP, 566:599). Damit war einer der Titelfavoriten bereits aus dem Rennen.

"Matze war mit vier Ergebnissen jenseits der 600er Marke der ausgeglichenste Spieler und hat absolut verdient gewonnen."

SKV-Sportwart Andreas Förster.

Fischer gewann gegen Michael Hahn (Freiberg) bei 2:2 SP wegen der mehr erzielten Kegel (589:576). Im vereinsinternen Duell setzte sich die Routine von Hoffmann gegen die jugendliche Unbekümmertheit von Heydrich durch. Der SKV-Youngster unterlag seinem Kapitän mit 1:3 SP (576:600).

In einem hochklassigen Duell schaffte Weber gegen Kühlhorn im Schluss-Durchgang den entscheidenden Satzgewinn zum 2:2 und überspielte den Magdeburger auch noch deutlich nach Kegeln (637:621). Somit waren bereits hier drei Medaillen für das sachsen-anhaltische Team sicher.

Im Halbfinale war Fischer gegen den späteren Vize-Meister Wilke, der die Turnierbestleistung erspielte, chancenlos (0:4, 574:642), tröstete sich aber sichtlich zufrieden mit der Bronzemedaille. Weber ließ seinem Teamchef Hoffmann drei Bahnen lang keine Angriffsmöglichkeit und zog durch ein 3:1 (612:593) sicher ins Endspiel ein, während Hoffmann mit Platz drei vorlieb nehmen musste.

Einseitige Angelegenheit

Das Finale war dann eine recht einseitige Angelegenheit. Ob Wilke seine Körner bereits im Halbfinale komplett verschossen hatte, bleibt sein Geheimnis. Jedenfalls hatte er gegen den über die gesamte Saison auf höchstem Niveau spielenden Weber keine Siegchance.

Weber holte sich mit einem überlegenen 3,5:0,5-Sieg (600:521) souverän den Titel. "Matze war mit vier Ergebnissen jenseits der 600er Marke der ausgeglichenste Spieler und hat absolut verdient gewonnen", lobte Förster seinen Spieler in den höchsten Tönen. "Nach den Top-Leistungen während der gesamten Saison war das das i-Tüpfelchen."

Am kommenden Wochenende gibt es zum Saison-Showdown in Augsburg noch die Einzelmeisterschaften über die klassische 200-Wurf-Distanz. Hier gehen mit dem Titelverteidiger Timo Hoffmann und Christian Helmerich, immerhin Titelträger des Jahres 2012, erneut zwei chancenreiche Akteure des SKV auf die Bahnen.

   

Bilder