Das Hallen-Fußballturnier um den "Glanzexpress-Cup", das der VfL Gehrden am Sonntag in der Zerbster Sporthalle "Zur Jannowitzbrücke" ausrichtete, hatte mit dem TSV Rot-Weiß Zerbst einen glücklichen Sieger.

Zerbst. In 15 Spielen ging es am Sonntag auf dem Zerbster Parkett ordentlich zur Sache. Insgesamt wurden 50 Treffer erzielt. Jedem Team war anzumerken, dass es hier nichts zu verschenken hat. Schon die Auftakt-Partie zwischen der FSG Steutz/Leps und dem Pokalverteidiger Rot-Weiß Zerbst hielt eine Überraschung parat. Die FSG führte schon mit 3:1, doch die Zerbster holten auf und schafften noch das 3:3-Remis. Dies war wichtig, um überhaupt noch mit um den "Pott" mitmischen zu können.

Für die Nedlitzer lief es im ersten Match nicht wie gewünscht. Sie unterlagen den Gästen aus Süplingen knapp mit 1:2, leisteten sich dann aber keinen Ausrutscher mehr.

Mit im Rennen um den Turniersieg war auch der Gastgeber. Die Gehrdener verloren nur gegen Zerbst mit 0:1.

In allen Spielen sahen die leider nur wenigen Zuschauer gute Fußballkost mit rassigen, aber stets fairen Zweikämpfen.

"Überrascht hat uns das Team von Grün-Weiß Süplingen, das stets ein angenehmer und fairer Gegner war", wollte der Vereinsvorsitzende des VfL Gehrden, Horst Rettschlag, noch erwähnen.

Die Schiedsrichter Karlheinz Davisius und Heiko Pinnecke hatten alles gut im Griff. Pinnecke stand dann jedoch im vorletzten Spiel im Fokus. Denn in dieser Partie ging es um den Turniersieg. Gehrden oder Nedlitz hätten bei einem Sieg noch nach dem "Pott" greifen können. Nachdem die VfLer mit vergebenen Chancen haderten, sogar frei vor dem Nedlitzer Kasten nicht "einlochen" konnten, erzielten die Nedlitzer mit dem Ertönen der Schluss-Sirene das 1:0. Doch Pinnecke hatte im Trubel und bei der Lautstärke das Signal vom Tisch der Turnierleitung wohl schon vorher gehört und die Partie bereits abgepfiffen. Aber diesen Abpfiff hatten auch die Spieler und Verantwortlichen auf dem Feld nicht vernommen.

Natürlich sorgte dies für reichliche Diskussionen. Die Nedlitzer waren sehr sauer, denn durch das offizielle 0:0 blieb ihnen der Turniersieg versagt und Zerbst gewann. Auf den Plätzen folgten Nedlitz und Gehrden. Alle drei hatten zehn Punkte, doch der TSV bei 19:8 Treffern das bessere Torverhältnis. Bester Torschütze des Turnieres war Markus Wosalo aus Süplingen. Er erzielte fünf Treffer. Der beste Torwart kam mit Stefan Randel vom Team des Gastgebers.

"Zerbst hat mit ¿Schrittmacher-Diensten‘ gewonnen. Ich habe dann mit Heiko Pinnecke gesprochen. Er hatte die Partie schon abgepfiffen. Das hat nur keiner gehört", so Rettschlag. "Es ist für mich nach wie vor entscheidend und bindend, was der Schiedsrichter pfeift. Er pfeift die Partie an und auch wieder ab", so der Prödeler.

Nach kurzer Zeit hatten sich dann auch alle Akteure wieder beruhigt, so dass am Ende "eine Siegerehrung in Harmonie" (Rettschlag) stattfinden konnte.

Doch der VfL will nun Schlüsse aus dieser Erfahrung ziehen. Im nächsten Jahr soll die Schluss-Sirene direkt vom Organisations-Tisch kommen und dies so laut, dass keine Diskussionen mehr nötig sein werden.

Das Turnier und so waren sich am Ende alle wieder einig, war trotz allem ein sportliches Highlight und soll im nächsten Jahr eine Fortsetzung finden. Auch alle Mannschaften äußerten am Ende, dass sie erneut teilnehmen möchten.

Ein Dank geht an Andreas und Felix Schunke, die das Turnier souverän leiteten und auch noch für die Moderation und musikalische Umrahmung verantwortlich zeichneten.

Endstand:

1. TSV RW Zerbst1019:8 2. SC Nedlitz107:2 3. VfL Gehrden105:2 4. FSG Steutz/Leps57:9 5. GW Süplingen47:15 6. Ummendorfer SV310:13