Zerbst l Im Kampf um die Verteidigung des Deutschen Meistertitels führen die Zerbs- ter die Bundesliga-Tabelle zum Jahresstart souverän an. Nach dem starken 7:1-Erfolg zum Saisonauftakt daheim gegen Zwickau gab es den ersten echten Prüfstein beim Dauer-Kontrahenten in Bamberg.

Trotz starker Leistungen musste sich der amtierende Meister den Bahnrekord spielenden Gastgebern knapp mit 3:5 geschlagen geben und damit den ersten Rückschlag im Titelkampf hinnehmen. Dabei holte der eingewechselte Julian Hess für die Bamberger auf 60 Wurf sage und schreibe 61Kegel gegen Boris Benedik auf und sicherte so fast im Alleingang den Bamberger Erfolg.

Unmittelbar vor der Weltpokalwoche gewannen die Hoffmann Co. glücklich mit 5:3 gegen Straubing. Hier gab es ein Wiedersehen mit dem vor der Saison nach Bayern gewechselten Cosmin Craciun, der auf seiner "Heimbahn" überzeugen konnte. SKV-Teamchef Timo Hoffmann warnte: "Mit dem, was ich gesehen habe, kann und will ich nicht zufrieden sein. Wenn wir so unkonstant spielen, haben wir in der kommenden Woche beim Weltpokal keine Chance auf den angestrebten Halbfinal-Einzug."

Doch die Rot-Weißen bekamen ihre Nerven in den Griff und glänzten in Hard und Koblach mit dem wichtigsten Titel im Kegelsport, dem Weltpokal für Klubmannschaften. In der Qualifikation gab es bis in die Schlussphase ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem SKV, Podbrezova und Szeged um die für den Halbfinal-Einzug reichenden Plätze drei und vier. Benedik sicherte am Ende Platz drei und Podbrezova schied aus.

"Wir haben endlich unseren gewohnten Tabellenplatz zurück-erkämpft und wollen den jetzt nicht mehr hergeben."

Teamchef Timo Hoffmann.

Das Halbfinale gegen den Qualifikations-Zweiten aus Belgrad wurde dann zu einer Gala-Vorstellung der Rot-Weißen. Beim 6:2-Erfolg glänzten die SKV-Stars mit Top-Ergebnissen und sogar mit einem neuen Bahnrekord.

Hoffmann, selbst einer der besten Spieler, jubelte: "Heute haben wir gezeigt, was wir wirklich drauf haben. Das war von der ersten Kugel an absolute Konzentration und unbändiger Siegeswille. Wenn wir das morgen nochmal auf die Bahn bringen, ist die Titelverteidigung keine Utopie."

Was dann allerdings im Finale gegen den amtierenden Champions League-Sieger geschah, lässt sich schwer in Worte fassen. Die Zerbster kämpften sich nach einem Wahnsinns-Start der Ungarn in die Partie zurück und brauchten drei Wurf vor Schluss "Neuner", um im Gesamtergebnis noch an Szeged vorbeizuziehen. Als es Teamchef Hoffmann tatsächlich zweimal "klingeln" ließ, war dem Jubel über die Weltpokal-Titelverteidigung kein Einhalt mehr zu bieten.

Unmögliches wird möglich

"Mit unbändigem Siegeswillen und einer Mannschaftsleistung vom Feinsten haben wir das Unmögliche doch noch möglich gemacht", feierte Hoffmann.

Die Weltpokal-Euphorie nahmen die SKVer mit in die folgenden Liga-Spiele. Nach einem klaren 8:0 mit Bahnrekord in Lonsee schafften die Rot-Weißen mit dem überlegenen 8:0-Heimsieg gegen Peiting den Sprung an die Tabellenspitze. "Wir haben endlich unseren gewohnten Tabellenplatz zurück erkämpft und wollen den jetzt nicht mehr hergeben", setzte Hoffmann eine klare Zielstellung.

Das klappte bis zum Jahresende durch eigene gute Leistungen, aber auch deshalb, weil die Bundesliga hinter den Zerbstern ausgeglichener war, als in den Vorjahren. Amberg, Schwabsberg und auch Bamberg strauchelten. In Amberg und daheim gegen Schwabsberg gab es jeweils sichere 7:1-Erfolge. Mit einem starken Schluss-Spurt, Thomas Schneider traf tolle 655 Kegel, gewann der Tabellenführer auch das Spitzenspiel in Lorsch.

Durch den 7:1-Erfolg gegen Staffelstein sicherten sich die Rot-Weißen die "Herbstmeisterschaft".

Vor dem Jahreswechsel gab es noch das vorgezogene Rückspiel in Peiting und das offiziell erste Rückrundenspiel in Zwickau, die beide mit 7:1 gewonnen wurden. Durch diese Siegesserie führt der SKV die Bundesliga-Tabelle zum Jahresstart mit bereits sechs Punkten Vorsprung vor Schwabsberg und Amberg an. Einen Punkt dahinter rangiert der morgige Gegner, Victoria Bamberg.

Auch im nationalen Pokal-Wettbewerb kämpft der SKV als Titelverteidiger auf hohem Niveau mit. Sowohl in der Vorrunde gegen Kleeblatt Berlin als auch im Achtelfinale gegen den SK Markranstädt setzten die Rot-Weißen zum Teil die Anschlusskader aus der zweiten Mannschaft des Vereins ein, konnten beide Spiele dennoch deutlich mit 6:2 gewinnen.

Internationale Klasse

In der ersten Runde der Champions League setzten sich die Zerbster in zwei Heimspielen überlegen mit 8:0 und 7:1 gegen den serbischen Vertreter aus Nis durch und freuen sich schon auf die Spiele der zweiten Runde. Hier geht es in zwei Wochen daheim und am 14. Februar auswärts gegen KK Neumarkt aus Italien schon um den Einzug ins Final Four-Turnier, das Ende März in Straubing stattfindet.