Im letzten Heimspiel der Bundesliga-Saison 2014/15 präsentierten sich die Spitzenkegler des SKV Rot-Weiß Zerbst wahrlich meisterlich. Mit einem super Mannschafts-Resultat von 3918 Kegeln und einem 8:0-Sieg über Lorsch sorgten sie für beste Voraussetzungen für die Meisterehrung.

Zerbst l Vor dem Punktspiel wurde dem kürzlich verstorbenen Ehrenmitglied und langjährigen Kegelfreund Otto Gerloff in einer Gedenkminute die Ehre erwiesen.

Im Spiel bot der zehnfache deutsche Meister dann eine wahrlich meisterliche Leistung, die von Beginn an frenetisch vom Publikum gefeiert wurde. Marcus Gerdau (648) und Mathias Weber (682) legten die ersten Topwerte vor und ließen ihre Gegner Marinko Ruzic (557) und Andreas Dietz (598) nur staunen. Vor allem Weber zeigte seine Klasse im Räumen mit tollen 264 Kegeln.

In der Mitte knüpften Thomas Schneider (630) und Uros Stoklas an die Topleistungen ihrer Kameraden an. Stoklas kam wie Weber auf die Weltklasse-Zahl von 682 Kegeln, so dass es zwei Tagesbeste gab.

Auch hier konnten die Lorscher Thorsten Gutschalk (574) und Jochen Steinhauer (575) nur respektvoll Beifall zollen.

Die Partie war entschieden, da die Zerbster auch im Gesamtkegel-Ergebnis uneinholbar mit 338 Holz führten.

Dennoch zeigten Axel Schondelmaier (628) und Boris Benedik (648) Kegelsport vom Feinsten. Auch sie hatten ihre Gegner Swen Wittich (567) und Holger Walter (564) klar im Griff.

So fiel das Ergebnis mit einem Plus von 483 Kegeln und 8:0 Punkten doch ziemlich deutlich aus.

Die Lorscher nahmen es sportlich, gratulierten fair zum Sieg und zur Meisterschaft. Beide Teams stehen sich ja demnächst im Final Four-Turnier des DKBC-Pokals erneut gegenüber.

Im Anschluss wurde schnell alles für die Meisterehrungs-Zeremonie vorbereitet. Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Sport hatten sich längst eingefunden, um den Keglern ihren Respekt zu zollen.

"Wir sind Zerbst, wir sind Sachsen-Anhalt, wir sind die beste Mannschaft in Deutschland."

SKV-Präsident Lothar Müller

Der Präsident des DKBC, Jürgen Franke, fand vor der Medaillen-Übergabe sehr lobende Worte: "Wir können uns nur vor euch verneigen. Ihr vertretet den Kegelsport in Zerbst, in Deutschland und in der Welt." Und er machte noch einmal deutlich, "wie schwierig es ist, immer wieder die Spitze zu erklimmen und zur Spitze zu gehören".

SKV-Präsident Lothar Müller hob hervor, dass "nur ein Team mit so einer großen Kameradschaft so etwas Großes vollbringen kann". "Wichtig ist, wie der Zusammenhalt hier immer demonstriert wird. Wir sind Zerbst, wir sind Sachsen-Anhalt, wir sind die beste Mannschaft in Deutschland", fasste er diese sensationelle Serie von zehn Meister-Titeln in Folge zusammen.

Der Bürgermeister der Stadt Zerbst, Andreas Dittmann, hatte eine besondere Auszeichnung im Gepäck. Jeder Sportler wurde mit einem Eintrag in das "Goldene Buch der Stadt Zerbst" gewürdigt. Dies ist natürlich nicht der erste Eintrag und wird hoffentlich nicht der letzte sein, denn bereits im Jahr 2005 wurde der damalige deutsche Vizemeistertitel mit dem Eintrag in das Ehrenbuch festgehalten. Es folgten Einträge zu Weltpokalsiegen und zum Champions League-Sieg.

Auch Dittmann drückte seinen Stolz aus: "Wir haben Ausnahmesportler in Zerbst, denen oft Unrecht wiederfährt, denn oft wird das Gewinnen als normal angesehen. Es lastet aber ein enormer Druck auf der Mannschaft, um diese Leistung Jahr für Jahr zu wiederholen. Es ist ein unglaublicher Erfolg."

Das letzte Wort bei der Zeremonie gehörte Teamchef Timo Hoffmann, der seiner Mannschaft und allen Verantwortlichen, besonders Lothar Müller und Andreas Förster sowie allen Unterstützern, Förderern und dem treuen Publikum dankte. "Zehnmal Deutscher Meister wirst du nur, wenn du so ein Publikum hast."

Sofort richtete er den Fokus auf die noch anstehenden Aufgaben. "Zwei von vier Titeln haben wir sicher. Das sind 50 Prozent. Doch wir wissen, was in drei Wochen bei der Champions League auf uns zukommt. Gegen Belgrad ist unser erstes Ziel, ins Finale einzuziehen. Dann ist alles möglich."

Anschließend wurden seitens der Sportler viele Gratulationen entgegen genommen und mit einem Gläschen Sekt angestoßen, bevor ausgelassen bei Musik und Tanz bis in die frühen Morgenstunden gefeifert wurde.

   

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