Thailand l Nach ihrem tollen sechsten Platz im ersten Rennen der FIM Motocross-Weltmeisterschaft in Katar, wo sie als beste Deutsche ins Ziel kam, hatte Anne Borchers im zweiten Rennen eine Woche später in Thailand doch einige Probleme.

"Die Strecke hatte einen starken Supercross-Charakter, nur Wellen-Sektionen, Doppelsprünge und Dreier-Kombinationen, was schon eine große Umstellung war", erzählte die Motocross-Pilotin. "Dazu kam, dass die Strecke bei uns so stark gewässert wurde, dass wir bei über 40 Grad ein totales Schlamm-Rennen hatten."

Dann kam auch noch Pech hinzu, als im Zeittraining an einem Doppelsprung eine andere Fahrerin neben der Lepserin stürzte und sie das Motorrad abbekam und sich dabei am Fuß verletzte. "Ich konnte trotzdem als Achte ans Gatter gehen", so Anne.

Das erste Rennen fand noch am selben Tag, am Samstag, statt. Da erwischte die Crosserin einen sehr schlechten Start, konnte aber noch auf Rang zehn vorfahren.

Im zweiten Rennen am Sonntag lief es dann erst einmal besser. "Ich habe mich auf der Strecke gut gefühlt und auch mein Start war deutlich besser. Ich war bis drei Runden vor Schluss auf Platz sieben und wollte nichts mehr riskieren", so die 23-Jährige.

Mit Hitzeschock vom Bike

Dann passierte das Unglück: "In der Wellen-Sektion bin ich mit einem Hitzeschock vom Motorrad gefallen und schwer gestürzt. Ich kann mich nicht mehr an viel erinnern, aber ich war froh, dass ich nur an der Strecke behandelt werden musste und in kein Krankenhaus gebracht wurde", berichtete die für den MSC Teutschenthal Fahrende.

Für die junge Fahrerin waren "die Umstände dort richtig hart". Nicht nur die hohe Luftfeuchtigkeit und die große Hitze machten ihr zu schaffen. "Hinzu kam, dass wir unter Zelten standen und nur einen kleinen Ventilator hatten. Die einzige Möglichkeit für mich, mal ins Kalte zu gehen, war auf den Toiletten. Dort war die einzige Klimaanlage im Fahrerlager und alle Fahrer standen nach den Rennen dort, um sich abzukühlen", schilderte sie die unmöglichen Bedingungen.

Nach Anne Borchers fielen auch einige Männer mit einem Hitzeschock vom Bike, so dass bei den Männern sogar die Renndistanz verkürzt wurde.

Nun hat sich die Rennfahrerin etwas vom Schock erholt, ist mit ihrem Vater wieder gut zu Hause angekommen. "Zurück zu Hause habe ich mich gründlich durchchecken lassen. Der Fuß war zum Glück nur geprellt und ich merke kaum noch etwas", sagte sie und fügte an: "Vom Hitzeschock brauchte ich fast über eine Woche, um mich zu regenerieren."

Trotz der Widrigkeiten hatte es Anne Borchers in Thailand gefallen. "Der Aufenthalt war an sich gut, die Leute waren sehr nett und hilfsbereit."

Dann scharrte Anne bereits wieder "mit den Hufen" und nahm am Wochenende am Moto-GP in Belgien teil. Leider nach dem Motto: "Ein Unglück kommt selten allein". Beim Rennen am Sonntag brach sie sich den Oberschenkel und liegt nun in Belgien im Krankenhaus. "Es war ein kleiner Sprung und ich bin kopfüber gestürzt", berichtete sie tieftraurig am Telefon. "Als ich wieder aufstehen wollte, habe ich überhaupt erst gemerkt, dass gar nichts mehr ging."

Gleich am Sonntag wurde sie operiert. Nun hofft sie, dass sie am nächsten Donnerstag transportfähig ist und die Reise nach Hause antreten kann.