Im Spitzenspiel der Kreisoberliga mussten beide Teams auf sechs Stammkräfte verzichten. Dennoch wurde den zahlreichen Zuschauern ein turbulentes und unterhaltsames Spiel geboten, das am Ende keinen Sieger hatte.

Güterglück (msc/sza) l Trotz der Ausfälle der beiden mit Abstand besten Torschützen der FSG Kevin Tinaglia und Jens Görisch versuchte die Heimelf vorn Druck zu machen, früh zu attackieren und dann über den schnellen Christopher Jobs zum Erfolg zukommen.

Bereits nach vier Minuten konnte Patrick Hinz nach Vorlage von Rene Gramsch die Führung erzielen. Nur kurze Zeit später eroberte Jobs den Ball und lief allein auf den Torwart zu, scheiterte aber. Auch die Gäste spielten in dieser munteren Partie mit und kamen nach einem Freistoß von rechts durch Matthias Präger zum Ausgleich (13.). Ein Spieler köpfte vorher freistehend an den Pfosten und der Abus-Angreifer behielt im Fünfmeterraum den Überblick.

Fast alle Angriffe liefen über Jobs. Er war es auch, der sich energisch im Strafraum durchsetzte und von hinten klar gefoult wurde. Der Schiedsrichter zeigte direkt auf den Punkt und nur die Gelbe Karte für den Abwehrspieler. Hinz versenkte sicher zum 2:1 (23.).

Die Heimelf setzte nach und hätte nur zwei Minuten später das 3:1 erzielen müssen. Erst lief Jobs an der sehr weit aufgerückten Abus-Abwehr vorbei, scheiterte wiederholt am Torwart, erkämpfte sich dann aber nochmals den Ball, passte überlegt in den Rückraum, wo Hinz knapp rechts am Tor vorbei schoss. Das rächte sich. Nach einem Freistoß kam Jackowski am langen Pfosten sträflich frei zum Kopfball - 2:2 (28.).

Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatten die Gäste noch eine gute Chance. Ein langer Ball auf Präger, der sich gegen Stephan Harbig durchsetzte, den Ball dann über FSG-Keeper Robin Boer, aber auch über das Tor hob.

Nach der Pause schoss der eingewechselte Michael Schulz nach starker Jobs-Vorarbeit knapp links am Tor vorbei. Ein Schuss von Hinz parierte der Abus-Keeper. In der 56. Minute dann das 3:2 durch Gramsch. Er köpfte den Ball nach Flanke von Jobs ins Tor.

Eine Viertelstunde vor Schluss setzte sich Schulz im Mittelfeld durch, steckte auf Jobs, der sich gegen zwei Abwehrspieler behauptete, den Ball am Torwart vorbeilegte, dabei aber klar vom Keeper gefoult wurde. Ein unstrittiger Strafstoß. Hinz verwandelte mit etwas Glück zum vielumjubelten 4:2 (74.).

Danach warf Abus alles nach vorn. Die erste Großchance von Präger vereitelte Boer im FSG-Tor noch sehr stark. Beim 4:3 sah die gesamte Abwehr nicht gut aus. Ein Querschläger von André Engelhardt landete im Strafraum bei Präger, der zu Jackowski passte, der goldrichtig stand (84.).

Die Schlussphase wurde hektisch. Die Gäste kämpften und wurden in der Schlussminute durch den Linienrichter dafür belohnt. Er war der einzige am Spielfeld, der gesehen haben will, dass der Ball im Tor war. Nach abgefälschtem Schuss von David Sander kam Jackowski am zweiten Pfosten aus spitzem Winkel zum Abschluss. Der Ball sprang an die Unterkante der Latte, von da aus an den Pfosten und zurück, prallte auf den Oberschenkel von Torwart Boer und wurde geklärt. Da Boer auf der Linie stand, kann der Ball nicht drin gewesen sein, aber die Entscheidung stand und der Frust war natürlich riesengroß.

In einer jederzeit fair geführten Partie ein im Zustandekommen eher glücklicher Punkt für Abus, der aber durch den kämpferischen Aufwand am Ende nicht unverdient war.

FSG: Boer - Allner, Harbig, Körner, Sens - Plantikow, Messerschmidt (46. Schulz), Gramsch (68. John), Engelhardt, Jobs, Hinz (80. Lachmann).