Schweinitz l 15 Schützen wollten ihr Glück mit der Schrotflinte testen. Seit vielen Jahren locken die Schweinitzer Schützen von nah und fern mit dem Joker-Pokal auf ihren Schießplatz.

In unregelmäßiger Reihenfolge werden je Runde 15 verschiedenfarbige Wurfscheiben geworfen, die unterschiedliche Punktzahlen haben. Wer eine schwarze Scheibe trifft, erhält sechs Punkte, für eine grüne gibt es noch drei und für eine "normale" orangefarbene Wurftaube nur noch einen Punkt. Wer wieviele Scheiben trifft, ist vielleicht Können, aber wer wieviele "farbige", also schwarze oder grüne Scheiben erhält, ist Glück. Und das macht den Joker-Pokal so reizvoll, denn theoretisch können auch schlechtere Schützen bessere Ergebnisse haben, wenn sie mehr "farbige" Tauben erhalten und auch treffen.

Für Anfang Mai war es schönes Frühlingswetter. Der Turbulenzer kennt drei Richtungen und drei Höhen, aus dem die farbigen Scheiben geworfen wurden: links, Mitte, rechts, oben, Mitte, unten. Aber ab und zu schaffte es eine kleine Windböe, die Richtung der Wurftauben im Flug zu ändern. Erschwerend kam hinzu, dass sich die schwarzen Wurftauben zwar vor dem hellen Himmel gut abzeichneten, aber wenn sie flach flogen vor dem Birkenwäldchen am Schießbahnende kaum zu sehen waren.

Die Zuschauer zählten die Anzahl der "farbigen" Tauben mit, aber Platzbetreiber und Präsident der Schützengilde Egbert Köhler beteuerte, dass immer nach einem festen Schema die Anzahl und das Verhältnis der unterschiedlichen Farben aufgelegt wurden.

Einige Schützen zucken noch zusammen, wenn sie endlich eine schwarze Scheibe bekommen: "Die musst Du unbedingt treffen," schießen dann aber vorbei. Rudolf Preuß aus Zerbst, langjähriger Gast vor allem beim Joker-Pokal, ist mit den Jahren in der Beziehung ruhiger geworden. "Ich versuche einfach, möglichst viele Tauben zu treffen, unabhängig von der Farbe. Die lässt mich kalt." Und damit bekam er auch den dritten Platz.

Für Heiko Kriese, den Sieger von 2014, reichte es nur für den zweiten Platz. Thomas Jütte dagegen hätte dieses Jahr mit dem Vorjahresergebnis nicht einmal Platz vier geschafft, wurde aber mit 83 Punkten in den zwei gezählten Wertungsrunden Sieger.

Glück hatte auch Fabian Walter, der das Stechen gegen Hanno Gebhardt für sich entschied. Dank der zwei Wertungsklassen bekamen beide auch noch einen Preis. Glück im Unglück hatte Frank Bogert aus Fichtenwalde, der auch noch einen Preis als bester Nachwuchsschütze bekam. Unterm Strich gingen mehr als die Hälfte der Schützen mit einem Gewinn nach Hause.

Ergebnisse - Wertungsklasse 1

1. Thomas Jütte SGi Schweinitz83 2. Heiko Kriese SV Hamersleben76 3. Rudolf Preuß PSV Zerbst68 4. Uwe Röhrig BSV Oschersleben66

Wertungsklasse 2

1. André Biedermann SGi Schweinitz50 2. Fabian Walter SGi Schweinitz47 (n. St.) 3. Hanno Gebhardt SG Hadmersleben47 (n. St.)