Zum Nachholspiel des Kreispokal-Achtelfinales im Fußball musste der VfL Gehrden am vergangenen Wochenende beim Kreisoberliga-Primus Blau-Weiß Niegripp antreten. Nach den Siegen in der Hinrunde und im letztjährigen Pokal strebte der VfL natürlich einen erneuten Erfolg an. Dies gelang nicht. Der VfL unterlag äußerst knapp mit 2:3 (1:0).

Niegripp. Personaltechnisch musste Trainer Heinrich Schöbel jedoch wie so häufig in dieser Saison umplanen. Neben den verletzten Knape und Kalkhake fehlten mit Böttge und Leps zwei weitere Stützen der Mannschaft und auch Kapitän Rehse nahm angeschlagen nur auf der Bank Platz.

Den Gastgebern merkte man die Entschlossenheit an, sich für die beiden vorangegangenen Niederlagen revanchieren zu wollen. Von Beginn an ging es nur in eine Richtung und zwar auf das Gehrdener Tor. Auf Grund der stabilen Defensive konnte der VfL diesen Sturmlauf jedoch ohne größere Probleme überstehen, verlegte sich auf das bekannte schnelle Umschalten und versuchte über Konter zum Erfolg zu kommen.

Nach 15 Minuten hatte Stephan Sens die erste Gehrdener Chance, als er mit einem Schuss aus spitzem Winkel den Heimtorhüter fast überraschte. Niegripp strahlte nur durch Standardsituationen Gefahr aus. Die Freistöße der Gastgeber verfehlten jedoch entweder knapp das Gehäuse oder wurden von der Abwehr um Torhüter Götze abgewehrt. In der 30. Minute dann ein Bilderbuchkonter der Gehrdener. Günther scheiterte mit seinem Schuss noch am Keeper, aber Baumgart versenkte den Nachschuss in altbekannter Torjägermanier.

Bis zum Pausenpfiff gab es nur noch einen Höhepunkt. Einen Freistoß aus 16 Metern setzte Böttcher an die Unterkante der Latte, der Ball sprang jedoch nicht ins Tor und so ging es mit einer glücklichen Gehrdener Führung in die Kabine.

In den ersten Minuten nach Wiederbeginn gelang es dem VfL endlich, das Spiel ausgeglichen zu gestalten und die Gastgeber über einen längeren Zeitraum vom eigenen Tor wegzuhalten. In der 60. Minute ein langer Einwurf des kurz zuvor eingewechselten Pietschner. Günther setzte sich sehr schön durch und bediente seinen Sturm-partner Baumgart, der eiskalt zum 2:0 vollstreckte.

Niegripp schien geschlagen, als fünf Minuten später ein hoher Ball im Gehrdener Strafraum vor die Füße von Schlüter fiel und dieser aus sechs Metern zum Anschlusstreffer einschoss.

Nun entwickelte sich ein typischer Pokalfight, der von beiden Seiten verbissen geführt wurde, wobei die Gastgeber bei jedem Foul auf den Schiedsrichter einstürmten und Sanktionen für die Gehrdener forderten. Einen der vielen Freistöße ließ Torhüter Götze unnötig nach vorne abprallen. Ein Niegripper Spieler war zur Stelle und glich die Partie aus. Es sollte noch schlimmer für den VfL kommen. In der 80. Minute sah Bohn nach einer dummen Aktion die rote Karte und für die Blau-Weißen ergaben sich gegen eine immer mehr schwimmende Gehrdener Abwehr Chancen im Minutentakt.

Nach einer misslungenen Abseitsfalle konnte Götze im Eins gegen Eins noch abwehren, aber wieder waren die Niegripper gedankenschneller als die VfL-Abwehr und drehten mit dem Nachschuss das Spiel.

In der Folge ergaben sich noch weitere Möglichkeiten für die Gastgeber. Es blieb jedoch beim nach den Spielanteilen völlig verdienten 3:2. Trotzdem hätte der VfL mit etwas mehr Konzentration und weniger individuellen Fehlern das Spiel siegreich gestalten können.

Nun gilt alle Konzentration dem Ligaalltag. Schon am kommenden Wochenende beginnt die Rückrunde beim starken TSV Brettin/Roßdorf, wo sich die Schöbel-Truppe steigern muss, um den Anschluss an die Aufstiegsplätze nicht zu verlieren.

Gehrden: Götze – Kraft, Bohn, Krause, Schunke, Sens, Wiergowski, Schöbel, Lehmann (50. Pietschner), Baumgart, Günther.