Dessau. Nach dem Sieg gegen den TSV Mosigkau waren die Kreisoberliga-Kicker aus Nedlitz die einzige Mannschaft, die noch Tuchfühlung zum Tabellenführer SV Mildensee hatte. Dies sollte auch nach dem Spiel am vergangenen Sonnabend beim Fünften, Abus Dessau, so bleiben. Dies verhinderte die heimstarke Elf vom Tannenheger und revanchierte sich mit dem gleichen Ergebnis, wie sie in der Hinrunde verloren hatte, mit 3:0 (1:0).

Der SC trat die Reise nur mit zwölf Spielern an. Er war gewillt, die Partie zu gewinnen, doch auf dem Spielfeld war er erschreckend schwach. Fehlpässe und die fehlende Einsatzbereitschaft prägten das Geschehen. Die Dessauer waren von Beginn an defensiv eingestellt. Sie suchten mit weitgeschlagenen Bällen aus der Abwehr heraus ihre Sturmspitzen Ronny Michael und Torjäger Michael Präger. Doch beide waren bei Heiko Juskowiak und Florian Baude abgemeldet.

Bis auf einen gefährlichen Freistoß von Thomas Sanftenberg, der ganz knapp über das Abus-Gehäuse strich, gab es keine nennenswerten Chancen (3.). Was beide Teams boten, war Fußball zum Wegschauen und einer Spitzenpartie nicht würdig. In der 19. Minute konnte ein Abus-Stürmer 20 Meter vor dem SC-Tor schalten und walten wie er wollte. Er drückte einfach ab und der Ball landete zum 1:0 im Gehäuse von Torwart Marcus Hoffmann.

Die Gäste versuchten, das Resultat so schnell wie möglich zu korrigieren, fanden aber kein Mittel, um die vielbeinige Abus-Abwehr zu überwinden. Der SC versuchte es mit der Brechstange, doch weder Ralf Alarich (26.), noch Sanftenberg (30.) oder Michael Specht (36.) konnten ihre Möglichkeiten zum Torerfolg nutzen.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatten die Gäste den Torschrei schon auf den Lippen, doch der platzierte 25-Meter-Schuss von Specht knallte an die Querlatte des Abus-Gehäuses.

In der Pause wurden klare Worte gesprochen, doch die Hinweise konnten nicht in die Tat umgesetzt werden. Die SC-Elf erhöhte das Tempo und setzte Abus unter Druck, doch beim Abschluss kam nichts heraus. Die Gäste bestimmten zwar das Geschehen, konnten aber kein Kapital daraus schlagen. Bis auf einige Eckstöße hatte Torwart Hoffmann einen geruhsamen Nachmittag.

Trotz der vielen Fehler der Gäste spielte sich das Geschehen vor einem Tor ab, dem der Abus-Elf. Eine klare Einschussmöglichkeit hatte der SC in der 57. Minute aus einem Gewühl heraus. Doch im letzten Moment klärte ein Abus-Verteidiger auf der Torlinie. Die Chancen häuften sich. Einen gefährlichen Freistoß durch Kevin Göritz parierte der Abus-Keeper glänzend (63.).

Eine weitere dicke Chance rettete ein Abus-Verteidiger auf der Torlinie (68.). In der 76. Minute wurde Ralf Alarich herrlich freigespielt, doch er vergab allein vor dem Abus-Keeper. Nach Ecke von Daniel Steller kam Juskowiak zum Kopfball und zwang den Abus-Keeper zur Glanzparade.

In der Schlussphase warfen die Gäste alles nach vorn. Nun ergaben sich genügend freie Räume zum Kontern. Diese nutzten die Abus-Kicker eiskalt aus und sorgten in der 85. und 88. Minute für den 3:0-Endstand. Bei den drei Toren war Hoffmann chancenlos. Dies war eine optimale Chancenverwertung. Davon können sich die SC-Kicker eine Scheibe abschneiden.

Mit dieser desolaten Leistung wurde die Tuchfühlung zum Tabellenführer verspielt. Die Ursachen müssen beim Training ausgewertet werden, um nicht am kommenden Wochenende erneut auswärts bei der SG Waldersee/Vockerode eine Niederlage hinnehmen zu müssen.

Das Spiel unter der Leitung des gut amtierenden Schiedsrichters Torsten Wünsch (Dessau) besaß kein Kreisoberliga- Niveau.