Leps l Der SV Traktor Leps feierte sein 60-jähriges Jubiläum. Neben sportlichen Wettkämpfen, Show und Tanz stand die Würdigung des Ehrenamtes im Mittelpunkt.

Beim Hobby-Volleyball-Turnier, das zum fünften Mal ausgetragen wurde, mussten die fünf Mannschaften aus Eichholz, Leps sowie Sportler der beiden Fußballmannschaften der FSG Steutz/Leps und die Familie Moller nicht nur im Modus jeder gegen jeden kämpfen. Der größte Gegner war am Sonnabend-Vormittag wohl der böige Wind.

Dieser sorgte dann dafür, dass der Pokal, der unter der Anzeigetafel der Ergebnisse stand, auseinander brach, nachdem der Wind die Tafel umwehte. Doch die Verantwortlichen nahmen es gelassen. „Wir haben ihn den Frauen gegeben, die ihn zusammen kleben wollen“, verriet Vereins- chef Reinhard Moller.

Nach spannenden Spielen konnte sich das Team der Familie Moller den inzwischen reparierten Pokal sichern.

Interessante Ausstellung

Die Tischtennis-Spieler hatten es da in der schützenden Festhalle leichter. Bei ihrem Turnier für Zweiermannschaften spielte der Wind keine entscheidende Rolle. An zwei Tischtennis-Tischen boten die sechs Mannschaften aus Walternienburg, Steutz, der SG ESKA Zerbst und Leps gute Kost. Das Team Steutz I mit Sven Madrian und Lutz Kaufmann entführte den Pokal nach Steutz zum SV Fortschritt (Bericht folgt).

In diesem Teil der Festscheune konnten sich Interessierte bei einer Ausstellung über die Geschichte des SV Traktor Leps informieren. Hermann Heinrich hatte sich viel Mühe gemacht, um die Flut von Informationen und Fotos zusammen zu tragen.

Rund um den Festplatz duftete es schon nach leckerem Essen und nach der Stärkung zur Mittagszeit lockten Aktivitäten für Kinder und ein gutes Unterhaltungsprogramm etliche Gäste an. Bei Kaffee und Kuchen boten die Line Dancer aus Eichholz sowie der Bühnen- Tanz- und Showverein „O’ Blue“ beste Unterhaltung. Niedlich waren vor allem die Tanzsternchen von „O’ Blue“ anzusehen.

Auf dem Fußballplatz lieferten sich die Teams der FSG Steutz/Leps II und ihre Freunde, die Oldiemannschaft des 1. FC Magdeburg, ein Duell, das der Gastgeber knapp mit 3:2 für sich entscheiden konnte.

Ehrungszeremonien

Nach der Partie drehte sich in der Festscheune alles um das 60-jährige Jubiläum des SV Traktor Leps. Nach einer kurzen Rede des Vereinsvorsitzenden Reinhard Moller, der hofft, dass „dieses Jubiläum ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Vereins wird“ und der den Mitgliedern, den Sponsoren sowie allen Helferinnen und Helfern für die Unterstützung dankte, standen die Ehrungszeremonien im Mittelpunkt.

Die Geschäftsführerin des Kreissportbundes Anhalt-Bitterfeld, Heidrun Dörfler, hatte dazu etliche Ehrungs-Utensilien mitgebracht. Das Wertvollste war das Ehrenbuch des Landessportbundes Sachsen-Anhalt (LSB), das sie nach der Zeremonie auch sofort wieder in den dazugehörigen Koffer packte und im Auto verwahrte.

Die Eintragung in das Ehrenbuch stellt die höchste Form der Auszeichnung des LSB dar. Diese hohe Ehrung wurde am Sonnabend dem langjährigen Vereinsvorsitzenden des SV Traktor Leps, Hermann Heinrich, zu Teil.

Außergewöhnliche Leistung

Der 81-Jährige leitete die Geschickte des Vereins von 1959 bis zum Februar diesen Jahres. Jetzt steht er „nur noch“ der Abteilung Tischtennis vor. „Das Wirken des Geehrten wird von ihm als nicht außergewöhnliche Leistung gesehen, doch genau das ist es! Diese Arbeit ist in den ländlichen Gebieten von äußerster Wichtigkeit“, so ein Auszug des Ehrungstextes.

Heinrich, der mit seinen 81 Jahren immer noch jung und fit ist, und zuvor am Tischtennis-Turnier teilgenommen hatte, zeigte sich überrascht: „Dass ich eine so hohe Auszeichnung bekomme, damit habe ich nicht gerechnet. Es ist wirklich eine Anerkennung meiner Arbeit.“

Anschließend wurden weitere Ehrungen vorgenommen. Die Gründungsmitglieder und langjährig für den Verein tätigen Uwe Horn, Helmut Bergt und Herbert Smolinski würdigte der KSB mit der Ehrenplakette.

Ehrennadeln des LSB in Bronze erhielten Mike Fischer und Mareike Ringleb von der Fußball-Abteilung. Über die Silberne Ehrennadel freuten sich der „Chef“ der Alten Herren Ulrich Moller und der stellvertretende Vorsitzende und Abteilungsleiter Fußball, Harald Moller.

Alle Geehrten erhielten außerdem vom Vereinschef Tankgutscheine und einen historischen Kalender. Für alle aktiven Mitglieder gab es außerdem eine Sporttasche. Alle passiven Mitglieder durften sich ebenfalls über den schönen historischen Kalender freuen.

Heidrun Dörfler selbst überbrachte auch Glückwünsche des KSB. Sie überreichte Reinhard Moller die Ehrenurkunde des KSB für den SV Traktor Leps nebst einem Scheck von 500 Euro. Sie verriet auch, dass das Geld bereits auf dem Konto eingezahlt wurde.

Glückwünsche aus Steutz

Glückwünsche kamen auch vom Nachbarverein SV Fortschritt Steutz. Die Steutzer und die Lepser bilden seit 1978 eine Fußballspielgemeinschaft. Sven Madrian, Chef des Steutzer Vereins überreichte Reinhard Moller eine Ehrenurkunde. Mit den von Familie Bergt gespendeten zwei Fässern Bier wurde gemeinsam auf das Jubiläum angestoßen.

Der erlebnisreiche Tag klang mit einer Show der Steckbyer Karnevalisten und einem Tanz in die Nacht aus.