Zum Debakel kam noch ein peinlicher Moment bei diesen Winterspielen hinzu. Und in Anbetracht dessen bleibt festzuhalten: Wer einen Bundestrainer wie Christoph Langen hat, braucht sich nach Erfolg eigentlich nicht sehnen. Ob er nach dem medaillenlosen Auftritt seiner Bob-Piloten nicht Angst habe um seinen Job, wurde er gefragt. Und Langen machte große Augen und fragte zurück: "Angst?" Ja, diese Summe aus schlechten Ergebnissen und schlechtem Gewissen. Wäre durchaus denkbar bei diesem Mann, der während der Spiele vor allem Schlagzeilen mit Querelen machte. Doch, doch: Der Bundestrainer hat die Schuld am Debakel auf sich genommen (wer sonst?). Aber dann kam keine Ansage, die vom Gespür eines ehrgeizigen Mannes zeugt, sondern es kam sowas: "Ich bin Soldat, sozial abgesichert." Frei interpretierbar als: Mir doch egal, was mit mir passiert.

Solche "Typen" machen Angst um die Zukunft des deutschen Sports. Solche "Typen" braucht kein Athlet, keine Mannschaft, kein Olympischer Sportbund. Egal, wieviel Leidenschaft er auch gezeigt hat während der Wettbewerbe, irgendwann muss eine Selbstaufgabe dieses Bundestrainers stattgefunden haben. Und sowas spüren Athleten. Der deutsche Sport wird über viele Konsequenzen nachdenken müssen nach diesen Spielen. Aber er sollte bitte genau schauen, wen er künftig in der Verantwortung installiert. So viel Peinlichkeit, wie Langen im Moment dieses Debakels gezeigt hat, ist schlimmer als jedes verpasste Medaillenziel.