Halberstadt l "Ich habe für mich eine Entscheidung getroffen, dass ich über den 30. Juni das Arbeitspapier bei Germania Halberstadt nicht mehr verlängern werde." Am Donnerstagabend sorgte Willi Kronhardt endgültig für klare Verhältnisse im Vorharz.

Zuvor spielten die Verantwortlichen auf Zeit, kündigten zunächst Gespräche in der Weihnachtszeit, später für den Januar und Februar an. "Ich bin seit 14 Jahren im Amt. Wir haben es immer zu diesem Zeitpunkt gemacht und es war immer rechtzeitig genug", sagte Präsident Olaf Herbst noch am Donnerstagmorgen.

"Wenn man sich einen Sportdirektor an der Seite wünscht, dann mit den Eigenschaften, die Fait Banser mitbringt." - Willi Kronhardt

Inwieweit Kronhardts Entscheidung mit der Trennung von Fait-Florian Banser zusammenhängt, kann nur erahnt werden. Allerdings lobt der Trainer seinen früheren Partner in höchsten Tönen: "Wenn man sich einen Sportdirektor an der Seite wünscht, dann mit den Eigenschaften, die Fait Banser mitbringt. Es ist unglaublich schade, dass er nicht mehr an unserer Seite arbeitet. Aber es war seine Entscheidung."

Ob der Verein indes wirklich die Absicht hatte, mit Kronhardt zu verlängern, bleibt offen. Wolfgang Mohr, Vizepräsident der neugegründeten Germania Halberstadt GmbH, sagte am Freitag: "Es ist der Gesamtentwicklung geschuldet. Es gab ein paar Probleme, das ist ja kein Geheimnis. Wir wollen die Vereinswerte wieder mehr in den Vordergrund rücken." Der Abstand zwischen der ersten Männermannschaft und dem Rest des Vereins sei vielen Mitgliedern zu groß geworden. Stellvertretend dafür steht die Entwicklung der zweiten Mannschaft, die nach dem Aufstieg in die Verbandsliga sang- und klanglos wieder abstieg. "Das hat uns nicht glücklich gemacht", stellt Mohr klar. Oberste Priorität hat laut Mohr derzeit, die "nächste Saison vorzubereiten".

Trainingsauftakt am Montag

Erst wenn der finanzielle Rahmen steht, können Personalentscheidungen getroffen werden. Kronhardt wird die Mannschaft ab dem 6. Januar gezielt und gewissenhaft auf die letzten 14 Pflichtspiele unter seiner Ägide vorbereiten. Ab 14 Uhr steht ein "lockerer Aufgalopp" (Kronhardt) an, dazu wird das Präsidium zur Mannschaft sprechen.

Danach werden die Spieler vermessen und gewogen. "Ich glaube kaum, dass sich jemand über der Zwei-Kilo-Grenze bewegt", ist sich Kronhardt sicher. Andernfalls müsste der Betroffene "ordentlich zahlen". Externe Neuzugänge wird es in Halberstadt aller Voraussicht nach nicht geben. "Wir holen Spieler aus der U 19 und der zweiten Mannschaft hinzu, um Reizpunkte zu setzen und den Nachwuchs zu fördern. Vielleicht fällt ja wieder ein Spieler für die erste Mannschaft ab, wie Danny Wersig, der sich das von heute auf morgen erarbeitet hat und jetzt viel Einsatzzeit bekommt", erklärt Kronhardt.

Der jetzt 44-Jährige übernahm die Mannschaft im Sommer 2012, führte sie in seiner Premierensaison auf Rang neun und ins Landespokalfinale. Derzeit ist Germania Halberstadt Tabellensechster.