Ruhpolding. Nach dem letzten Rennen am Sonntag in Ruhpolding - wo sie auch lebt und trainiert - hat Franziska Hildebrand lange geschwiegen. "Ich war enttäuscht. Vor allem habe ich mich über mich selbst geärgert", sagte sie der Volksstimme Stunden nach ihrem Zieleinlauf als 13. in der Verfolgung, als es ihr "langsam wieder besser" ging.

Was war passiert? Die Biathletin aus Köthen hatte sich bis zum letzten Stehendanschlag ganz nah an das erste Podest ihrer Weltcup-Karriere gelaufen und geschossen, als Zweite war sie mit bis dahin null Fehlern und einer famosen Laufleistung an den Schießstand gekommen - und hatte sich mit drei Fehlern dann aus dem Medaillenkampf verabschiedet. "Ich hatte ab dem dritten Schuss kein Zielbild, stand immer links daneben, aber ich war nicht mehr zu bremsen", erklärte sie zu den Schüssen, die sie jeweils links neben die Scheibe setzte.

Wenn die 26-Jährige dennoch mit einer Gewissheit getröstet werden kann, dann mit dieser: Mit Rang vier am Freitag im Einzel und Platz 13 in der Verfolgung hat sie ihren Vorstoß in die Weltspitze in dieser Saison unterstrichen. Beste Deutsche am Sonntag wurde indes Franziska Preuß (Haag), die mit 44,7 Sekunden Rückstand auf Siegerin Gabriela Soukalova (Tschechien) als Vierte die Ziellinie querte. "Irgendwann kommt eine von uns durch", sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig. Vielleicht schon in Antholz ab dieser Woche, wenn möglich in Sotschi in 25 Tagen.

Bei den Männern lief es dagegen weniger glücklich: Beim Sieg des Norwegers Emil Hegle Svendsen war Simon Schempp am Sonnabend im Einzel über 20 Kilometer als Neunter der beste Deutsche. In der Verfolgung erreichte der Uhlinger ebenfalls als bester DSV-Athlet den elften Rang. Auch dieses Rennen entschied Svendsen für sich.