Zakopane (dpa/dh). Werner Schuster bestätigte die Vermutung, dass Andreas Wank bereits einige Punkte Vorsprung haben musste im Zweikampf um das fünfte Olympia-Ticket mit Michael Neumayer. Denn schnell war am Freitagabend beim Weltcup in Zakopane (Polen) nach der Qualifikation für das Einzelspringen die Entscheidung für den 25-Jährigen aus Domnitz gefallen: "Andreas hatte immer mal einen guten Sprung dabei", sagte der Bundestrainer der deutschen "Skiadler" am Sonnabend in der ARD über die Leistungen seines Schützlings in den vergangenen Wochen, "während Michael auf der Stelle getreten ist."

Wank reichte deshalb der dritten Platz in der Qualifikation, um den Berchtesgadener drei Wochen vor seinen zweiten Winterspielen nach Vancouver 2010 auszustechen (Volksstimme berichtete). "Ich fühle mich jetzt befreiter und kann mich in Ruhe auf die Spiele in Sotschi vorbereiten", erklärte Wank, der für den WSV Oberhof startet. In Zakopane sprang er dann am Sonnabend im Teamwettbewerb mit Andreas Wellinger (Ruhpolding), Severin Freund (Rastbüchl) und Richard Freitag (Aue) mit der Mannschaft auf Rang zwei hinter Slowenien - und versetzte sich, den Bundestrainer und die Fangemeinde im Einzelwettbewerb am Sonntag in einen kurzzeitigen kollektiven Schock.

Im ersten Durchgang hatte sich nach der sicheren Landung die Skibindung gelöst. Wank stürzte. Wank stand dann wieder. Aber er hielt sich das rechte Knie. "Ich habe ein beleidigtes Knie", sagte er später in der ARD lächelnd. "Aber mir geht es gut", gab er sogleich grünes Licht. Eine langwierige Verletzung, wie zunächst zu befürchten stand, hat sich Wank glücklicherweise nicht zugezogen. Lediglich das Wochenende in Zakopane war für ihn damit vorzeitig beendet.

Als bester Deutscher sprang der 22-jährige Richard Freitag am Sonntag 129 Meter weit und belegte in dem zur Halbzeit abgebrochenen Chaos-Wettbewerb den dritten Rang. Den Sieg sicherte sich der Norweger Anders Bardal mit 131,5 Metern vor Peter Prevc aus Slowenien. Vierter wurde Marinus Kraus mit 130 Metern, Freund belegte den sechsten Rang. Richtig ärgerlich erwischte es Andreas Wellinger, der zweimal bei regennasser Anlaufspur ran-musste und Letzter wurde.