Magdeburg l "Mit Leidenschaft und Herz", so die Ansage von Jungandreas, sollten seine Jungs Emotionen auf den Rängen entfachen, um die Fans so wieder geschlossener hinter sich zu bringen. Und der Wunsch war nicht nur Vater des Gedankens, sondern ein Befehl. Und den befolgten die Magdeburger, auch wenn sie ohne Kapitän Fabian van Olphen auskommen musste, der mit Magen-Darm-Grippe ausgefallen war und von Bartosz Jurecki vertreten wurde.

Engagiert in der Anwehr, konzentriert im Angriff und mit einem hellwachen Gerrie Eijlers im Tor legte der SCM einen 4:0-Blitzstart hin (5. Minute). Und schon war er auch da, der Funke, der auf die Ränge übersprang.

Doch die Gründe zum Jubeln wurden nun seltener, die zum Ärgern aufgrund von unnötigen Ballbverlusten mehr. Nahezu still war es in der 13. Minute nach dem 6:7-Anschlusstreffer durch Hannovers Rückraum-Kanonier Mait Petrail. Doch die Magdeburger gerieten nicht in Panik, sondern wussten sich, angetrieben von Spielmacher Marko Bezjak, aus der Umklammerung zu befreien. Das 10:7 erzielte der Slowene nach sehenswertem Solo in Unterzahl (19.). Gleiches "Spiel" nach dem 12:13-Anschlusstreffer der Gäste in der 23. Minute. Der SCM legte erneut einen Gang zu und verschaffte sich mit fünf Treffern in Folge Luft (17:13/28.).

Fans feiern "Super SC Magdeburg"

Nach der Pause machten die Hausherren da weiter, wo sie aufgehört hatten. Nach vorn gepeitscht von einem nun über sich hinauswachsenden Eijlers (unter anderem drei gehaltene Siebenmeter und eine Handvoll Hundertprozentige) wurde der Vorsprung bis zum 22:15 (39.) kontinuierlich ausgebaut. Die Fans feierten bereits lautstark ihren "Super SC Magdeburg".

Danach wurde bereits ein wenig für die Galerie, aber immer noch mit voller Konzentration aufs Wesentliche gespielt. Es schien fast so, als würde der Ball ganz von alleine den Weg ins Tor finden. Eine schöne Kombination, die Aushilfs-Kapitän Jurecki mit seinem fünften Treffer zum 25:17 vollendete, brachte 15 Minuten vor Spielende die Vorentscheidung. Für die begeisterten Zuschauer ein richtig guter Grund, die La-ola-Welle durch die Halle schwappen zu lassen ...

"Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, was die Mannschaft hier aufs Feld gebracht hat - basierend auf viel Aggressivität und Einsatz sowie einen überragenden Eijlers mit seinen 18 Paraden", freute sich Trainer Jungandreas über seinen gelungenen Heimeinstand.

Einzelstatistik:

Magdeburg: Eijlers, Quenstedt - Musche 2, Kneer 4, Jurecki 6, Bezjak 4, Haaß 2, Natek 2, Rojewski 3, Weber 7/2, Hornke, Grafenhorst, Landsberg 2

Hannover: Ziemer, Weber - Johannsen 5/2, Candau 4, Patrail 5, Hykkerud 1, Lehnhoff 2, Rydergard, Szücs, Sevaljevic 4/3, Karason 2, Ferrer 2, Pollex, Hinz

Schiedsrichter: Blümel/Loppaschewski (Berlin). Zuschauer: 5303. Siebenmeter: SCM 2/2 ; Hannover 6/4; Zeitstrafen: 5/4.

Und die Party kann weitergehen, denn nach Volksstimme-Informationen wird das für Magdeburg ins Auge gefasste WM-Playoff-Rückspiel Deutschland gegen Polen am 14. Juni nun doch in der Getec-Arena stattfinden. Die Unstimmigkeiten bezüglich der Rahmenbedigungen konnten offenbar geklärt werden. Eine offizielle Bestätigung durch den Deutschen Handballbund steht noch aus.