Diese Olympia-Premiere erlebte Maria Höfl-Riesch nicht mehr im Zielraum mit. Als sich die Kombinations-Olympiasiegerin nach einer enttäuschenden Abfahrtsvorstellung verabschiedet hatte, stiegen die zeitgleichen Tina Maze und Dominique Gisin in der Mittagssonne von Krasnaja Poljana Hand in Hand auf das Podest. Gold für Slowenien, Gold für die Schweiz - einen geteilten Olympiasieg wie am Mittwoch gab es in der 78-jährigen Geschichte der Alpinen bei Winterspielen noch nie.

"Doppel-Gold ist natürlich unglaublich", staunte auch Skirennfahrerin Höfl-Riesch. Besonders kurios: Sowohl Maze als auch Gisin waren schon bei ihren ersten Weltcup-Siegen nicht die alleinigen Gewinnerinnen. Bronze in der olympischen Abfahrt ging an Lara Gut aus der Schweiz, die sich für ihre Tränen nach dem um 0,10 Sekunden verfehlten Gold wenig später entschuldigte.

Dagegen präsentierte sich Höfl-Riesch zwei Tage nach ihrem goldenen Start in die Spiele gleich sehr gefasst. "Das ist natürlich eine Enttäuschung", erklärte die 29-Jährige und rang sich ein gezwungenes Lachen ab. "Mein großes Ziel war es, eine Medaille in der Abfahrt zu machen. Es ist einfach nicht rund gelaufen." Statt Blumen und einer weiteren Plakette gab ein paar tröstende Umarmungen für die dreimalige Olympiasiegerin. Platz 13. In sieben Abfahrten bei Großereignissen war Höfl-Riesch nur bei ihrer WM-Premiere als Newcomerin 2003 in St. Moritz auf Platz 17 schlechter.

"Ich muss jetzt schauen, dass ich mir die Kräfte gut einteile und mich einfach gut erhole", erklärte die zweimalige Weltmeisterin und spielte gedankenversunken an ihren Skistöcken herum. Beim Weg aus der Interviewzone kletterte sie über die Abgrenzung und hielt sich das Bein; die Muskeln hatten aber schon nach der Kombination gezwickt. Bis zum Super-G am Sonnabend will sich Höfl-Riesch erholen und mit Viktoria Rebensburg, in der Abfahrt 15., besser abschneiden.(dpa)

Bilder