Magdeburg l Die Elbeschwimmhalle steht im Zeichen der ersten Standortbestimmungen: Mit der Norddeutschen Meisterschaft auf den langen Strecken am Wochenende und dem Gothaer Pokal im März gehen die Athleten des SCM mit großen Schritten den nationalen Titelkämpfen entgegen.

Sofort kommt die Entwarnung: Halsschmerzen, es sind diesmal nur ein bisschen Halsschmerzen. Die können Johanna Friedrich nicht am Training hindern. Im Februar vor einem Jahr klang das anders. Ständig krank, kaum im Training und unzufrieden mit der eigenen Leistung war sie damals. Diesmal hat sie auf sich aufgepasst, im Februar 2014 schwimmt sie, trainiert sie, ist sie "sehr gut drauf", sagt ihr Trainer Bernd Berkhahn. "Es läuft ganz gut", bestätigt die 18-jährige Freistilspezialistin vom SC Magdeburg. Sie ist angespannt, sagt sie - eigentlich schon seit dem Jahreswechsel.

Friedrich will zur Sportfördergruppe der Bundeswehr

Johanna Friedrich schwimmt derzeit nicht nur, sie zieht zudem um in eine neue Wohnung, sie ist auf der Zielgeraden ihres Abiturs. Und nicht zuletzt "will ich die Norm für den B-Kader schaffen", erklärt sie. Diese Norm öffnet ihr die Tür zur Sportfördergruppe der Bundeswehr, dort will sie hin. Diese Norm liegt bei 1:58,60 über 200 und bei 4:09,77 Minuten über 400 Meter, sie ist 33 Hunderstel beziehungsweise 2,7 Sekunden schneller als jene Richtzeiten, die sie bei den nationalen Titelkämpfen im Mai in Berlin unterbieten muss, um sich wiederum für die Europameisterschaft im August, ebenfalls in Berlin, zu qualifizieren.

Die B-Kader-Norm des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) liegt zudem unter ihren bisherigen Bestzeiten (2:00,13/4:11,44). Aber sowohl Berkhahn als auch sein Schützling blicken zuversichtlich voraus. Zu welchen Zeiten sie ihr konsequentes Training treibt, wird der Gothaer Pokal vom 7. bis 9. März zeigen. "Es ist der erste echte Test auf der langen Bahn in diesem Jahr", weiß Friedrich, die mit der besten Einzelleistung den Pokal 2013 gewonnen hatte. "Alle Spitzenschwimmer werden dort auf ihren Hauptstrecken antreten", erklärt Berkhahn. Nur Poul Zellmann, Marcus Herwig, Rob Muffels und Hendrik Rijkens müssen bereits am 8. März ins DSV-Trainingslager in der Sierra Nevada (Spanien) aufbrechen.

SCM-Schwimmer wollen Ticket für Freiwasser-EM lösen

Für die vier Herren beginnt schon am Wochenende der Ernst des EM-Jahres, wenn die Norddeutschen Meister auf der Langstrecke gesucht werden. 336 Athleten haben dafür ihren Start gemeldet. Und zugleich wird es auch eine erste Standortbestimmung für die Freiwasserschwimmer sein - wie Muffels, Rijkens und Herwig.

Bis auf den erkrankten Herwig kämpfen die SCM-Jungs unter anderem über die fünf Kilometer um die besten Zeiten. Gerade für Muffels, aber auch für Finnia Wunram "ist diese Meisterschaft ein Überprüfungswettbewerb vor dem ersten Weltcup am 5. April in Manzanillo", erklärt Berkhahn. In Mexiko können seine Schützlinge mit Platz eins oder zwei über zehn Kilometer das direkte Ticket für die EM im Freiwasser lösen.

Hentke will auf\\\'s EM-Treppchen

So geht jeder SCM-Athlet seiner eigenen Herausforderung entgegen. Schon bei der Norddeutschen hat sich mit Tim Wallburger (Neukölln) und Jakob Heidtmann (Elmshorn) starke Konkurrenz angesagt. Und auch Franziska Hentke, die Schmetterlings-Spezialistin, wird sich auf der langen Strecke ebenso wie Johanna Friedrich für die Saison einschwimmen.

Hentke denkt allerdings weiter. "Ich bin gespannt auf den Gothaer Pokal, mein erster Wettkampf über 200 Meter Schmetterling auf der langen Bahn seit der WM", sagt sie - seit August 2013 also. "Und ich denke in jeder Trainingseinheit an die EM", erklärt die 24-Jährige. Allerdings nicht an die Norm: Mit 2:11,14 Minuten liegt diese 2,27 Sekunden über ihrer Bestzeit. Ihr Ziel ist deshalb schon heute ein anderes: "Ich versuche im Training mein Bestmöglichstes, um bei der EM auf dem Treppchen zu stehen." Ihr Finale in Berlin ist am 23. August.