Weinbuch hört auf

Für Hermann Weinbuch waren die Olympischen Spiele in Sotschi wohl die letzten als Bundestrainer der Nordischen Kombinierer. "Ich glaube nicht, dass ich 2018 noch dabei bin", sagte der 53-Jährige nach dem Wettkampf in Russland. Weinbuch ist bereits seit 1996 im Amt. Der Deutsche Skiverband (DSV) plant derzeit bis 2016 mit seinem Erfolgstrainer. Als Nachfolger kämen Ronny Ackermann und Kai Bracht infrage, die bereits zum Trainerstab um Weinbuch gehören.

Sotschi (dpa) | Auch 26 Jahre nach dem letzten großen Staffelsieg können die deutschen Nordischen Kombinierer nicht gewinnen. In Krasnaja Poljana fehlte eine Fußspitze oder 0,3 Sekunden zum ersehnten Sieg. Es überwiegt nach der ersten Enttäuschung aber die Freude über Silber.

Hermann Weinbuch stapfte mit hängendem Kopf vom langen Anstieg zurück ins Stadion. Die Glückwünsche, die der Bundestrainer der deutschen Nordischen Kombinierer für die Silbermedaille im Team-Wettbewerb hinter Norwegen zugesprochen bekam, waren nur ein schwacher Trost. Hinter der verspiegelten Sonnenbrille konnte er ein paar Tränen der Enttäuschung nicht verbergen. Der Fluch, der auf den Deutschen bei Mannschafts-Entscheidungen liegt, konnte nicht besiegt werden. Seit nunmehr 26 Jahren warten die Zweikämpfer auf einen Sieg bei einem Großereignis.

"Eines Tages werden wir ganz oben stehen", sagte Sportdirektor Horst Hüttl und sprach den Jungs ein großes Kompliment aus. Weinbuch sagte anerkennend in Richtung Norwegen: "Die Cleverness hat gewonnen." Danach begann sofort die Analyse. "Wir hatten unsere Chance. Wir wussten, dass es zu einem Zielsprint kommen könnte und haben deshalb Fabian Rießle hinten laufen lasen. Er hat Kraft, Power und Kaltschnäuzigkeit", sagte der Coach. Bei Eric Frenzel und Björn Kircheisen hatte er ein Skiproblem ausgemacht. "Die Techniker haben dann sofort reagiert und noch mal umgewachst. Deshalb hatten wir in der Entscheidung konkurrenzfähiges Material", lobte der Trainer die schnelle Reaktion.

Bereits auf der Schanze hatten die Weinbuch-Schützlinge die Grundlage für den Medaillengewinn gelegt. Die DSV-Musketiere sprangen ausgeglichen und solide, die ganz große Nummer, wie sie Eric Frenzel bei seinem Olympiasieg auf der Normalschanze und auch beim Einzel von der Großschanze zeigte, blieb diesmal aus. Schuld daran waren die wechselnden Windverhältnisse, mit denen die Deutschen aber noch am besten zurechtkamen.

Frenzel musste anlaufen, verlor bereits auf den ersten anderthalb Kilometern 25 Sekunden auf Norwegen. Immerhin schaffte er es, dran zu bleiben. "Die Luft war sehr trocken, das war nicht gut für

"Gold wäre zwar möglich gewesen, aber wir haben die Medaille hart erkämpft."
- Olympiasieger Eric Frenzel

meine Lunge. Ich wollte gern einen kleinen Vorsprung halten, das hat leider nicht ganz funktioniert", meinte der zweimalige Weltmeister, der aber glücklich über Silber war. "Gold wäre zwar möglich gewesen, aber wir haben die Medaille hart erkämpft", sagte Frenzel.

Kircheisen sollte gegen die schwächsten Lauf-Konkurrenten aus Österreich und Norwegen wieder ein Loch reißen, doch das schaffte der Johanngeorgenstädter diesmal nicht. Für Johannes Rydzek als dritten Läufer kam es darauf an, den starken Magnus Krog nicht entkommen zu lassen. Norwegens Jörgen Graabak verbaute Schlussläufer Fabian Rießle mit cleveren Manövern die Chance zum Vorbeilaufen an rennentscheidenden Stellen.