Arjen Robben führte die überragenden Bayern bei einer Gala zum 5:1 gegen Schalke - und Bayer Leverkusen ist nach dem 0:1 gegen Mainz ratlos. Auch in Hamburg und Stuttgart ist die Situation weiter "sehr, sehr ernst".

Düsseldorf (dpa) l Pep Guardiolas überragender FC Bayern München eilt weiter der schnellsten deutschen Meisterschaft entgegen, Bayer Leverkusen wird allmählich zum Problemfall der Fußball-Bundesliga. Das 0:1 gegen den FSV Mainz 05 verlängerte die unheilvolle Serie von Niederlagen auf fünf. Die Folge: Bayer ist zum ersten Mal seit dem 13. Spieltag nicht mehr Zweiter - Ratlosigkeit, Verunsicherung und große Sorgen machen sich breit. "Wir müssen alles tun, um aus dem Schlamassel rauszukommen", sagte Sportchef Rudi Völler.

In Dortmund bereitet der Blick auf die Tabelle dagegen erheblich mehr Vergnügen: Der BVB hat Bayer mit dem souveränen 3:0 gegen den in der Rückrunde bislang so starken 1. FC Nürnberg überholt und sich eindrucksvoll für das 0:3 beim HSV rehabilitiert. Bei den Hamburgern scheint der Positiv-Effekt durch Neu-Trainer Mirko Slomka schon verpufft: "Die Situation war und bleibt schwierig und sehr, sehr ernst", kommentierte HSV-Kapitän Marcell Jansen das 0:1 im 100. Derby bei Werder Bremen.

Es kriselt - nicht nur in Leverkusen und Hamburg. Mönchengladbach ist nach dem 1:1 beim Tabellenletzten in Braunschweig und einem kuriosen Slapstick-Eigentor von Borussia-Keeper Marc-André ter Stegen schon seit acht Spielen ohne Sieg. "Ich habe im ersten Moment gedacht: Was für eine Scheiße. Da gibt es keine Ausrede", sagte ter Stegen, der einen Rückpass von Filip Daems über den Spann ins Netz rutschen ließ. Und Schalke? Die Königsblauen mussten nach dem 1:6 in der Champions League gegen Real Madrid beim 1:5 in München abermals eine empfindliche Klatsche hinnehmen. "Peinlich" und "unwürdig" - so kommentierte Kapitän Benedikt Höwedes die ersten 45 Minuten gegen die übermächtigen Bayern. 0:4 stand es nach 28 Minuten. "Es war wieder ein Scheißtag, eine Horror-Woche", hielt Kevin-Prince Boateng fest. Der bedauernswerte "Schießbuden"-Torhüter Ralf Fährmann war "total sauer" und schimpfte über seine Vorderleute: "Wir waren in beiden Spielen keine richtigen Männer."

Am Sonntag dürften sich die Mienen auf Schalke zumindest etwas aufgehellt haben, denn der um zwei Punkte schlechtere Verfolger VfL Wolfsburg verpasste die Chance, am Revierclub auf Platz vier vorbeizuziehen. Beim 2:6 (1:4) gerieten die "Wölfe" bei 1899 Hoffenheim sogar genauso unter die Räder wie Schalke in München. Roberto Firmino (4. Minute), Niklas Süle (37.), Anthony Modeste (39./43.), Sejad Salihovic (82./Foulelfmeter) und Sven Schipplock (86.) trafen für 1899, Bas Dost (15.) und Ivan Perisic (76.) für den VfL. Zudem sah Christian Träsch Rot.

Die Talfahrt des VfB Stuttgart geht unvermindert weiter. In Frankfurt gab es bereits die achte Niederlage in Serie, womit ein Vereins-Negativrekord aufgestellt wurde. Für Trainer Schneider wird es allmählich eng. Nach dem Spiel trotteten die VfB-Profis in die Stuttgarter Fankurve, wo sie teils wüst beschimpft wurden. Geduldig sprachen die Spieler danach mit den aufgebrachten Anhängern, am Ende gab es sogar Applaus.

In Frankfurt dagegen herrschte nach dem Sprung auf den 12. Platz die pure Erleichterung. Die Hessen feierten drei Tage nach ihrem bitteren Aus in der Europa-League-Zwischenrunde einen enorm wichtigen Sieg im Abstiegskampf.