Magdeburg l Im Hinspiel war der TV Emsdetten früh auf die Verliererstraße geraten. Bereits nach 15 Minuten waren damals die Magdeburger auf 9:2 enteilt. Am gestrigen Sonntag sollte der Drops nicht so schnell gelutscht sein. "Wir wollen das Spiel diesmal länger offen gestalten", gab Trainer Gennadij Chalepo ungeachtet seiner Personalprobleme die Marschrichtung für seine Mannschaft vor.

Dass aber vor allem der Rückraum geschwächt und Torhüter Vitali Feshchanka aufgrund einer Grippe gar nicht erst mit nach Magdeburg gereist war, wirkte sich zunächst nicht negativ aus. So hielt der Tabellenletzte das Spiel offen, lag beim 5:4 (9. Minute) und 7:6 (14.) sogar vorn.Die Hausherren brauchten dagegen trotz frühlingshafter Temperaturen etwas Zeit, um richtig warm zu werden. Sowohl im Angriff als auch in der Abwehr griffen die Rädchen noch nicht ineinander. Doch nach einer Viertelstunde war die Betriebstemperatur endlich erreicht: Stefan Kneer traf mit seinem vierten Treffer zum 7:7-Ausgleich. Nur vier Minuten später waren die Verhältnisse geklärt: Der SCM lag nach einem 4:0-Lauf mit 12:8 in Führung.

Der Vorsprung wurde gekonnt verwaltet, die nun kompakter stehende und bewegungsfreudiger agierende Deckung provozierte den Gegner weiter zu Fehlern, so dass der SCM oft im Tempogegenstoß zum Erfolg kommen konnte. Mit einem beruhigenden Fünf-Tore-Polster ging es in die Kabine.

Auch in der zweiten Hälfte behielt der SCM das Heft des Handelns in der Hand, machte weiter Druck. Der Vorsprung wurde kontinuierlich ausgebaut. Die Ballgewinne in der Deckung wurden im Gegenstoß konsequent in Tore umgemünzt - oft war es Yves Grafenhorst, der durchgestartet und mit sicherem Händchen erfolgreich war. Sieben Treffer gingen auf das Konto des Linksaußen, der in der zweiten Hälfte von Trainer Uwe Jungandreas gebracht worden war. In der 52. Minute betrug die Führung des SCM nach einem Treffer von Jure Natek, der "blickig" gewesen war und mit einem Wurf über gut 40 Meter in den leeren Kasten traf, zehn Tore (30:20). Der Sieg war in trockenen Tüchern und die 5384 Zuschauern zufrieden und glücklich.

Jungandreas erklärte nach der Partie: "Insgesamt eine runde Leistung mit einem standesgemäßen Resultat. Wichtig war, dass alle Spieler zum Einsatz gekommen sind und wir elf Torschützen verzeichnen konnten. Nichtdestotrotz bedarf es für das Spiel am Mittwoch gegen den Bergischen HC noch einer Steigerung."

SCM: Eijlers, Quenstedt - Kneer 4, Rojewski 4, Musche 3, Landsberg 1, van Olphen, Hornke 3, Natek 2, Grafenhorst 7, Haaß 2, Bezjak 1, Weber 6/2, Jurecki 1
Emsdetten: Babin, Schnetgöke - Selmanovic 1, Kvalvik, Bozovic 3, Lokkebo 1/1, Thünemann 3, Boomhouwer 1, Hansen, Paladin 7, Arnarson 2, Gretarsson, Koch 5, Halibegovic 2
Schiedsrichter: Dinges/Kirsch. Zuschauer: 5384. Siebenmeter: SCM 4/2; Emsdetten 1/1. Zeitstrafen: 2/1.

SCM bezwingt das Schlusslicht

Magdeburg (vs) l Der SC Magdeburg hat am Sonntag das Schlusslicht der Handball-Bundesliga klar bezwungen. Den 34:24 (17:12)-Erfolg verfolgten 5384 Zuschauer in der Getec-Arena. Bester Werfer war Yves Grafenhorst mit sieben Toren.

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