Magdeburg l Seit Vereinsgründung spielten die Fußballer der TSG Neustrelitz lange Zeit nur eine untergeordnete Rolle. Das änderte sich, als man 2007 den Landespokal in Mecklenburg-Vorpommern gewann und in den DFB-Pokal einzog. Dieses Kunststück gelang noch zweimal (2008 sowie 2013 nach einem 3:0 im Finale gegen Hansa Rostock) und 2012 der Sprung in die Regionalliga. Plötzlich schickt sich der Verein sogar an, nach dem 8. Platz im Aufstiegsjahr in die 3. Liga zu marschieren.

Nur drei Trainer hatten in einer Umfrage vor Saisonbeginn die Schützlinge von Thomas Bradric zum erweiterten Favoritenkreis gezählt. Einer davon war FCM-Coach Andreas Petersen, der zwar wie alle seiner Kollegen Carl Zeiss Jena ganz weit vorn vermutet, aber gleichzeitig ein breites Verfolgerfeld prognostiziert hatte, "zu dem auch die TSG gehören wird".

Auf alle Fälle sind die Beteiligten in Neustrelitz bereit, sich ins Abenteuer 3. Liga, wenn es denn dazu kommt, zu stürzen. Der Lizenzantrag an den DFB ist gestellt (Volksstimme berichtete), und sollte der Coup gelingen, will der Club seine ersten Heimspiele während der Umbauphase des heimischen Parkstadions im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Berlin austragen. "Uns liegt bereits die Zusage vor. Unsere mögliche zweite Alternative wäre die Arena des FC Hansa Rostock", sagt Oliver Bornemann, sportlicher Leiter der Mecklenburger. Neustrelitz und Berlin trennen rund 115 Kilometer.

Trainer Thomas Brdaric betonte am Dienstag vor Journalisten, die 0:4-Pleite bei Viktoria Berlin sei "abgehakt". Und der Ex-FCM-Stürmer Velimir Jovanovic meinte keck: "Wir haben bislang zu Hause noch nicht verloren. Warum sollte das ausgerechnet gegen Magdeburg passieren." Allerdings scheint der Spitzenreiter nach der Winterpause angeknockt. Vor allem die vielen Gegentore geben zu denken.

Ganz anders der FCM, der nach dem 6:0 über Rathenow vor Selbstvertrauen strotzt. Pressesprecher Matthias Kahl rechnet mit bis zu 1500 Fans, die sich auf den Weg nach Neustrelitz machen. Der Gäste-Block ist mit 800 Karten restlos ausverkauft. "Dass es vermutlich nicht noch mehr werden, liegt sicherlich auch an der MDR-Liveübertragung ab 14 Uhr", so Kahl.