Magdeburg l Der Fußball-Landesverband (FSA) will ein Herz für die "Kleinen" zeigen: Ab der kommenden Saison soll der Pokalgewinner rund ein Zehntel seiner 109.000-Euro-DFB-Startprämie an den FSA abtreten.

Der Verband will das Geld anteilsmäßig nach Erfolg gestaffelt an die ab Achtelfinale beteiligten Vereine ausschütten. Ein unterlegener Achtelfinalist erhält so etwa 300 Euro. "Wir wollen damit den Landespokal attraktiver machen und die kleinen Vereine stärken", sagte FSA-Präsident Erwin Bugar zu dem geplanten "Solidarbeitrag", legte aber Wert auf die Tatsache, "dass wir niemanden überrollen wollen, sondern das Ganze den klassenhöchsten Vereinen im Land vorgestellt haben". In der heutigen FSA-Präsidiumssitzung kommt das Thema auf die Tagesordnung.

Michael Schädlich, Präsident des Halleschen FC, hat in der "Mitteldeutschen Zeitung" bereits Zustimmung signalisiert. Er sehe "zwar keinen echten Nutzen", so Schädlich, habe aber auch Verständnis für die kleinen Vereine, "weil sie gewissermaßen unter der Anwesenheit eines Großen auch leiden." Leiden wegen der schwierigen Sponsorensuche und der Kosten für hohen Sicherheitsaufwand.

Peter Fechner, Präsident von Pokalverteidiger 1. FC Magdeburg, zeigte sich ebenfalls aufgeschlossen, sah beim Verteilungsschlüssel aber noch Handlungsbedarf: "Einen Soli-Topf zu bilden, ist prinzipiell eine gute Sache und sicherlich im Sinne aller Vereine. Es sollte aber eine andere Aufteilung der Endspiel-Einnahmen vorgenommen werden." Bislang galt eine Drittellösung, nun wird es für die Klubs mehr geben. "Hier haben wir uns bereits einvernehmlich geeinigt", berichtete Fechner.

Ebenso ist laut FCM-Präsident der Rechtsstreit mit dem FSA vom Tisch. Ursprünglich hatte der Verband den Club wegen des Platzsturmes beim Endspiel am 31. Mai 2013 gegen Germania Halberstadt (3:1 nach Verlängerung) in der MDCC-Arena zu 7500 Euro Geldstrafe verurteilt. Die nun vereinbarte Summe wollte Fechner jedoch nicht nennen.

Die Idee einer Soli-Abgabe ist freilich nicht neu, greift in ähnlicher Form bereits in anderen Bundesländern wie Niedersachsen oder Bayern. Bugar: "Der Zeitpunkt mag für manche überraschend und ein wenig kurzfristig sein, aber im Spielausschuss wurde darüber schon länger diskutiert. Nun ist es unser Bestreben, die Reform zügig umzusetzen."

Apropos Pokalreform: Ab 2014/15 soll auch der Modus geändert werden. Angedacht ist, dass es bis zum Achtelfinale künftig zwei Lostöpfe gibt. Im ersten befinden sich die Mannschaften bis zur Verbandsliga, im zweiten die Teams ab der Oberliga. So soll verhindert werden, dass zwei "Große" frühzeitig aufeinandertreffen.