Magdeburg l Volendam muss noch warten, so schnell kriegt das Fischerdorf seinen Torwart nicht zurück, so schnell braucht der KV KRAS/Volendam, siebenfacher holländischer Meister, ihn auch nicht: "Die haben mit Martijn Cappel einen guten Mann", sagt Gerrie Eijlers über den Nationaltorhüter der "Oranjes". Aber in Volendam ist alles auf Eijlers` Rückkehr mit Frau Marleen, Tochter Sophie und Sohn Daan vorbereitet. Das Haus, das er im vergangenen Sommer gekauft und ausgebaut hat, ist fertig. Derzeit hat er es an Volendams Trainer Mark Schmetz vermietet. Und Eijlers hofft auf dessen Vorbildfunktion: "Da kann nichts Schlimmes passieren", sagt er lächelnd.

Aber es wird der Tag kommen, da sich Schmetz ein neues Heim suchen muss, wenn sich Gerrie Eijlers mit Familie endgültig in seiner Heimatstadt niederlässt, vielleicht ein wenig Handball spielt, sich in jedem Fall intensiver dem Angeln widmet. Und vielleicht passiert das schon nach der Saison 2015/16. Bis dahin läuft sein Vertrag bei seinem neuen Arbeitgeber GWD Minden, beim Liga-Konkurrenten des SCM, wohin er mit Ablauf der aktuellen Saison wechseln wird.

Eijlers geht also - aber nicht gerne. "Ich finde es nach wie vor schade", bestätigt der 33-Jährige, der "eine der schönsten Hallen in Deutschland mit dem tollen Publikum" vermissen wird. Die Getec-Arena war fünf Jahre lang sein Zuhause, nachdem er von Balingen-Weilstetten 2009 gekommen war. In der Getec-Arena hat er erst mit Paraden überzeugt und dann in Interviews mit trockenem Humor begeistert.

Der Niederländer war immer jener Keeper, dem man keine echte Stärke und keine richtige Schwäche andichten konnte. Er war aber oft genug mehr als nur solide, seine gehaltenen Bälle resultierten nicht selten aus unorthodoxen Bewegungen und sorgten bei den Gegnern für verzweifelte Gesichter. Allerdings ging dies auch nur mit Hilfe der Abwehr, und diese Hilfe hatte weder er noch Torwartkollege Dario Quenstedt im Verlauf der Hinrunde dieser Saison, die beim SCM erst durch viele Verletzte und dann durch die Beurlaubung von Trainer Frank Carstens geprägt war.

"Jetzt, wo alle wieder da sind", sagt Eijlers, "kommen Dario und ich auch auf die gewünschten 15, 16 Paraden pro Spiel." Auf eine überdurchschnittliche Quote also. Und so überdurchschnittlich wie das Ziel (zumindest im Vergleich zu den Vorjahren), das die Magdeburger anstreben. "Man möchte den Schritt in die Champions League gehen", hat der SCM erst die Verpflichtung des Dänen Jannick Green und die vorzeitige Vertragsauflösung mit Eijlers begründet, berichtet der Keeper. Eijlers muss gehen, er ist ein Opfer der Mechanismen in diesem Geschäft geworden.

In Minden ist er der Wunsch-Kandidat von Goran Perkovac. Der Trainer wird am Freitag auf der GWD-Homepage zitiert: "Gerrie ist qualitativ in der Lage, fast im Alleingang Spiele zu entscheiden." Und in derselben Mitteilung erklärt Eijlers: "Ich freue mich auf die neue Herausforderung in Minden. Ich kenne die Halle und schätze die Atmosphäre dort." Eijlers ersetzt den abwandernden Schweden Anders Persson und bildet dann mit Jens Vortmann das neue Gespann. Ein Wiedersehen in Magdeburg ist also garantiert.

Wenn man Eijlers nun danach fragt, was er wohl nach dem letzten Spieltag mit dem SCM am 24. Mai (in Minden übrigens) empfinden wird, dann sagt er das, was ihm seine Lieblingsmusiker von "The Cats" - aus Volendam - schon 1968 geschrieben haben: "Turn around and start again, remember the good times" - dreh dich um und starte neu durch, erinnere dich an die schöne Zeit.