Brisbane (dpa) | Als Angelique Kerber und Andrea Petkovic nach der Fed-Cup-Auslosung in einem Tierpark bei Brisbane mit einem Koalabären auf dem Arm für die Fotografen posierten, waren sich die beiden deutschen Spitzenspielerinnen der Bedeutung dieses Augenblicks bewusst.

Und das lag weniger an der Idylle mit zwitschernden Vögeln, Kängurus und wegelagernden Echsen in der Lone Pine Koala Sanctuary, laut Eigenwerbung der erste und größte Koalapark der Welt.

Optimale Startbedingungen für deutsche Tennisdamen

"Wir wollen ein kleines Stück Tennisgeschichte für unser Land schreiben", sagte Petkovic in einer Mischung aus Pathos und Vorfreude. Die frisch gekürte Siegerin von Charleston wird am Samstag im Fed-Cup-Halbfinale in Australien das Auftakteinzel gegen die frühere US-Open-Siegerin Samantha Stosur bestreiten. Anschließend trifft die Weltranglisten-Siebte Kerber in einem Duell zweier Linkshänderinnen auf Casey Dellacqua.

Am Sonntag kommt es zunächst zum Duell der Spitzenspielerinnen zwischen Kerber und Stosur. Danach spielen Petkovic und Dellacqua gegeneinander. Für das abschließende und möglicherweise entscheidende Doppel sind Julia Görges und Anna-Lena Grönefeld gegen Dellacqua und Ashleigh Barty vorgesehen.

"Die Reihenfolge ist so, wie wir uns das gewünscht haben. Petko fängt lieber an, Angie kommt lieber in eine schon aufgewärmte Atmosphäre. Das passt", sagte Bundestrainerin Barbara Rittner. Seit Montag hat die Teamchefin Down Under mit Kerber, Petkovic, Julia Görges und Anna-Lena Grönefeld trainiert und auf diesen Moment hingearbeitet.

Australien im Ländervergleich vorn

Die Sehnsucht nach dem ersten Finale seit 1992 treibt die deutschen Damen an und lässt sie alle Reisestrapazen vergessen. "Es ist lange her, dass Deutschland den Titel gewonnen hat. Es ist unser gemeinsamer Traum, das zu schaffen", sagte Kerber. Vor 22 Jahren gewannen Steffi Graf, Anke Huber, Sabine Hack und die heutige Bundestrainerin Rittner das Endspiel in Frankfurt gegen Spanien.

"Ich denke, dass die Mädels eine gute Chance haben", sagte Huber im Interview des Internetanbieters eurosport.yahoo.de und betonte: "Die sind alle super drauf und daher sehe ich dem Halbfinale gegen Australien sehr positiv entgegen und würde sagen: Wir gewinnen!"

Zwölfmal standen sich Australien und Deutschland bislang gegenüber, die Bilanz spricht mit 8:4 für die Gastgeberinnen. Den bislang letzten Vergleich gewannen Stosur & Co. im April 2012 in Stuttgart, Deutschland stieg in die Weltgruppe II ab. "Natürlich haben wir das in Erinnerung", sagte Kerber, die damals gegen Stosur verlor und auf Wiedergutmachung aus ist. "Wir haben ein Ziel, und deshalb sind wir hier. Wir wollen das Match gewinnen und ins Finale."