Magdeburg l Der gefragteste FCM-Akteur nach dem 2:0-Finalerfolg am 8. Mai war Martin Hoffmann. Der damals 19-Jährige hatte Giovanni Trapattoni, seinerzeit Trainer des ruhmreichen AC Mailand, dermaßen überzeugt, dass er ihn am liebsten gleich mit nach Italien genommen hätte.

Noch im gleichen Jahr in der ersten Runde im Europapokal der Landesmeister-Saison 1974/75 war es der FC Bayern München, der Interesse an Hoffmann bekundete und Franz Beckenbauer plötzlich sogar am Entmüdungsbecken auftauchte. Da zu DDR-Zeiten der Staat die Sportler total abschottete, war ein Kontakt immer nur über den Spieler direkt möglich.

Seguin hat Wechselangebot nicht ernst genommen

"Doch ein Wechsel war trotz des einen oder anderen verlockenden Angebotes eigentlich nie ein ernsthaftes Thema. Man hatte Familie, Freunde und Verwandte zu Hause, wollte studieren", sagte Torhüter Uli Schulze (66) stellvertretend für viele andere. "Ich habe beispielsweise zwei konkrete Angebote erhalten. Zum einen war es ein Stockholmer Vorortverein, dessen Namen ich gar nicht mehr genau in Erinnerung habe. Zum anderen wollte mich der FC Utrecht in Holland, wo ich einen Drei-Jahres-Vertrag mit monatlich 10.000 Gulden hätte unterschreiben können."

Ebenfalls hoch im Kurs stand Wolfgang "Paule" Seguin. "1965 spielten wir in der ersten Runde im Europapokal der Pokalsieger gegen Spora Luxemburg, als Manfred Zapf und ich ein Angebot erhielten. Wir haben das aber gar nicht ernst genommen", blickte Seguin zurück, der zum damaligen Zeitpunkt gerade einmal 19 Jahre alt war.

An einen konkreten Fall erinnerte sich der heute 68-Jährige dann aber doch: "Das war auch 1965 in der 2. Pokalrunde beim FC Sion in der Schweiz. Da hat sich Ingolf Ruhloff abgesetzt, ist später aber in die DDR zurückgekehrt."