Leipzig/Magdeburg l Drei Tage nach dem Gewinn des Fußball-Landespokals von Sachsen-Anhalt hat der 1. FC Magdeburg sein Auswärtsspiel in der Regionalliga Nordost am Sonnabend bei Lok Leipzig mit 1:2 (0:1) verloren. Dennoch hatten die mitgereisten Fans unter den 4595 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion auch diesmal Grund zum Feiern, denn trotz der Niederlage ist der FCM einen Spieltag vor dem Saisonende der zweite Tabellenplatz nur noch theoretisch zu nehmen.

Nur knapp 60 Stunden nach dem begeisternden 3:0-Sieg gegen den Halleschen FC fehlte dem FCM im Liga-Alltag die nötige Spannung, um gegen die noch gegen den Abstieg kämpfenden Leipziger etwas Zählbares mit auf die Heimreise zu nehmen. "Lok hatte heute Schaum vorm Mund, wir hatten nur Schaum vom Alkohol", analysierte der scheidende Trainer Andreas Petersen treffend.

1. FC Magdeburg in erster Halbzeit nur Statist


Vor allem in der ersten Halbzeit fehlte es an Engagement. Folgerichtig gingen die Leipziger mit einer 1:0-Führung in die Pause. Nach einem Einwurf verlängerte Patrick Grandner auf Alexander Langner, der mit seinem vierten Saisontor aus 14 Metern gegen Magdeburgs Torwart Matthias Tischer zur 1:0-Führung traf (15. Minute). Kurz vor der Pause verhinderte Lars Fuchs auf der Torlinie nach einem Schuss von Lok-Verteidiger Sebastian Dräger das 0:2.

Nach dem Wechsel setzte sich der FCM etwas besser in Szene und drängte durch Kapitän Marius Sowislo auf den Ausgleich. Stattdessen fiel aber nun doch das 2:0. Nach erneuter Vorlage von Grandner traf der Deutsch-Italiener Gianluca Marzullo (56.). Zwar musste nach 69 Minuten Lok Verteidiger Damian Paszlinski mit Gelb-Rot vom Platz, die Gäste konnten die Überzahl aber erst in den Schlussminuten zum 1:2 durch Steffen Puttkammer (88.) nach einem Eckball nutzen.

"In der ersten Halbzeit waren wir nur Statisten, im zweiten Durchgang haben wir aber dann Charakter gezeigt. Ich wünsche und hoffe, dass Lok in der Liga bleibt. Das war Gänsehaut pur", lobte Petersen Gegner und Atmosphäre. Lok-Trainer Heiko Scholz, dessen Mannschaft mit dem 2:1-Sieg die Chance auf den Klassenerhalt wahrte, sagte: "Ich hatte meine Truppe gewarnt, schließlich ist man mit etwas Alkohol im Kopf lockerer. Jetzt können wir es aus eigener Kraft schaffen."

Lok Leipzig: Latendresse-Levesque - Scheibe (58. Böhne), Krug, Paszlinski, Dräger, Kilz, Zielinsky, Wendschuch, Langner, Grandner (78. Engler), Marzullo (73. Rolleder)

FCM: Tischer - Hammann, Handke, Nennhuber, Lange (73. Steinborn), Reinhard (79. Teixeira), Puttkammer, Sowislo (69. Schmunck), Siefkes, Fuchs, Beck

Schiedsrichter: Lossius (Göttingen). Zuschauer: 4595. Tore: 1:0 Langner (15.), 2:0 Marzullo (56.), 2:1 Puttkammer (88.). Gelb-Rote Karte: Paszlinski (69./Lok/Meckern)

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