Magdeburg l Nach eher holprigem Start mit den Auswärtsniederlagen in Berlin (jeweils 1:3 beim BAK und Union II) kam der FCM erst im vierten Spiel am 1. September 2013 gegen Jena (2:0) in die Spur. Umso ärgerlicher war da das 1:2 drei Wochen später gegen Neustrelitz mit dem späten Gegentreffer in der 93. Minute. Und das vier Tage nach dem begeisternden 6:0 über Zwickau.

Apropos Neustrelitz: Die Schützlinge von Thomas Brdaric avancierten im Verlauf der Saison immer mehr zum Überraschungsteam und machten am Ende nicht zuletzt aufgrund ihrer Heimstärke (ohne Niederlage) die Meisterschaft perfekt.

FCM ohne echte Aufholjagd zu Neustrelitz

Nach dem Kantersieg rückte FCM-Coach Andreas Petersen erneut in den Mittelpunkt. Hatte sein Entschluss, Kapitän Marco Kurth nach dessen Kritik im Anschluss an die am 3. August 2013 erlittene 0:1-DFB-Pokalniederlage gegen Energie Cottbus in die zweite Mannschaft zu verbannen, schon für reichlich Aufregung gesorgt, so legte der Coach am 6. Oktober gegen Wacker Nordhausen nach. Sein Rempler gegen den Kollegen Jörg Goslar beim Pausengang durch den Spielertunnel zog eine Sperre von vier Spielen nach sich.

Dennoch überstanden die Blau-Weißen diese Phase ungeschlagen und schoben sich mit dem 3:1 über Lok Leipzig kurz vor der Winterpause erstmals auf Rang zwei vor. Eine Plazierung, die sie, wie sich zeigen sollte, im weiteren Verlauf nicht mehr abgaben.

Zu einer echten Aufholjagd gegenüber Neustrelitz reichte es jedoch nicht. Auch weil das Gipfeltreffen beim Spitzenreiter erneut mit 1:2 verloren ging und darüberhinaus unnötige Punkte abgegeben wurden. Sportchef Mario Kallnik bemängelte vor allem die fehlende Kontinuität und Gegenwehr.

Christian Beck war Top-Torjäger

Dennoch gehörte die Saison zu einer der erfolgreichsten der Club-Geschichte. 71 und mehr Punktspieltore schaffte ein FCM-Team zuvor erst dreimal: 2000/01 mit 120, 1991/92 mit 96 und 1966/67 mit 78 Treffern. Und bei jedem Auftritt mindestens ein Tor zu schießen, gelang bis dato noch nie!

Allemal bemerkenswert auch die Quote von Top-Torjäger Christian Beck, der gleich 22-mal ins Schwarze traf und damit genauso viele Treffer markierte wie beispielsweise der legendäre Jürgen Sparwasser 1966/67.

Als Krönung der Saison aber verbuchte der FCM den erneuten Gewinn des Landespokals, der umso wertvoller wurde, weil nach einer famosen Leistung ab der zweiten Halbzeit der 3:0-Finalsieg nach Verlängerung in der "Höhle des Löwen" beim HFC gelang. Es war im Übrigen das erste Mal, dass der FCM im Pokal gegen eine Mannschaft antrat, die eine Klasse höher spielte.

Ärger um Lizenz von Petersen

Klar, dass Präsident Peter Fechner dieser 14. Mai besonders positiv in Erinnerung geblieben ist: "Auch, weil hinterher der Gegner fair gratuliert hat. Ferner hat mich natürlich unsere Heimstärke in der Liga gefreut. Das spricht für die Entwicklung der Mannschaft."

Enttäuschungen gab es für Fechner aber auch. "Zum einen hat mich die Niederlage in Neustrelitz geärgert, zum anderen das Theater um die fehlende Fußball-Lehrerlizenz von Andreas Petersen (ist Bedingung für einen Trainer in der 3. Liga/d. Red.). Andreas hat uns nach der Hinrunde klipp und klar mitgeteilt, dass das für ihn nicht infrage kommt. Da sollte er dann hinterher nicht so tun, als hätten wir ihn dazu drängen müssen. Das muss ein Trainer schon selber wollen."

So weit der sportliche Part. Als Präsident muss Fechner auch immer die Finanzen im Blick haben. Sein Fazit hier: "Wir werden unser Ziel, die schwarze Null, nicht ganz erreichen, auch weil die Jungs bei den Prämien sehr \\\'fleißig\\\' waren. Doch wir sind mehr als zufrieden."

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