Magdeburg l Ein Spieler der Polen wird am Sonnabend in der Getec-Arena mit Sicherheit unter besonderer Beobachtung stehen: Bartosz Jurecki. Das aber, je nach Sichtweise, aus gutem oder eben schlechtem Grund: Denn ausgerechtet der Kreisspieler des SCM war es, der dem 25:24-Erfolg der Polen im Hinspiel seinen ganz persönlichen und ganz speziellen Stempel aufgedrückt hatte. Nicht nur, dass der 35-Jährige mit sechs Toren der erfolgreichste Schütze seines Teams war, der Magdeburger erzielte zur großen Überraschung vieler sämtliche Treffer von ungewohnter Position aus - vom Siebenmeterpunkt.

Spätestens jetzt würde Michael Biegler, als Trainer-Fuchs immer für eine Überraschung gut, widersprechen. Und der Nationalcoach der Polen tut es im Volksstimme-Gespräch auch, wenngleich er zunächst einmal zustimmt: "Mir war klar, dass die Deutschen Bartosz als Siebenmeterschützen nicht auf dem Zettel haben, denn zuletzt sind andere als solche in Erscheinung getreten. Aber das haben wir ganz bewusst so gesteuert."

Sich ausgerechnet für den Kreisläufer als Vollstrecker zu entscheiden, sieht Biegler jedoch nicht als bahnbrechende Revolution an: "Vielmehr ist das eine ganz logische Sache, denn wer, wenn nicht der Kreisspieler, hat die geforderte Distanz am besten drauf? Schließlich ist das ja sein alltäglicher Arbeitsraum."

Bei Jurecki, als "Kampfschwein" bekannt und gefürchtet, käme noch dazu, dass er "mit Druck umzugehen weiß, und bereitwillig Verantwortung übernimmt. So hat er bei wichtigen Turnieren schon große Dienste für Polen erworben", sagte Biegler. Ob er das am Sonnabend im Playoff-Rückspiel erneut als Siebenmeterschütze macht, "das kann ich aber nicht versprechen", schob der Coach verschwörerisch nach. Vielleicht sollte sich das deutsche Team auf Bartosz Jurecki als Torhüter einstellen. Nichts scheint bei Biegler Co. unmöglich ...